Genom komplett vorhanden

Genetik-Start-up möchte ausgestorbenen Dodo auferstehen lassen

Robert Klatt

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Auf den Punkt gebracht
  • Der pummelige und flugunfähige Dodo gehört zu den bekanntesten, durch den Menschen ausgerotteten Arten
  • Das Genetik-Start-up Colossal Biosciences möchte den ausgestorbenen Vogel nun mit neuen gentechnischen Methoden auferstehen lassen

Das Genetik-Start-up Colossal Biosciences möchte den ausgestorbenen Dodo mit neuen gentechnischen Methoden auferstehen lassen. Das Projekt wird mit 150 Millionen Dollar gefördert, muss aber noch grundlegende Fragen zum Klonen von Vögeln erforschen.

Cambridge (U.S.A.). Niederländische Seefahrer haben den pummeligen und flugunfähigen Dodo auf der Insel Mauritius im 16. Jahrhundert entdeckt. Unter hundert Jahre später war das Tier ausgestorben. Der Dodo gehört deshalb zu den bekanntesten, durch den Menschen ausgerotteten Arten. Nun möchte die das Genetik-Start-up Colossal Biosciences den Dodo wiederbeleben. Wie Unternehmensgründer Ben Lamm erklärt, konnte sein Unternehmen für das Projekt 150 Millionen Dollar Fördergelder einwerben. Zuvor kündigte Colossal Biosciences bereits an, das Wollhaarmammut und den Tasmanischen Tiger (Beutelwolf) mit gentechnischen Methoden auferstehen zu lassen.

Die Grundlage für die geplante Wiederbelebung des Dodos bildet ein wissenschaftlicher Durchbruch, den Paläontologin von der University of California in Santa Cruz im April 2022 erzielten. Dem Team um Beth Shapiro gelang es, das komplette Genom des ausgestorbenen Vogels zu sequenzieren und sie zuvor bestehende Lücken im bekannten Erbgut zu schließen.

Klonen nicht möglich

Neben Ben Lamm und dem Genetikpionier George Church von der Harvard University ist auch Beth Shapiro am Wiederbelebungsprojekt beteiligt. Theoretisch könnte Colossal Biosciences den Dodo, das Wollhaarmammut und den Beutelwolf relativ simpel durch Klonen auferstehen lassen. In der Praxis funktioniert dies aber nicht, weil die noch vorhandenen DNA-Überreste nicht ausreichen.

Gene in lebende Spezies einschleusen

Weil das Klonen des Dodos nicht möglich ist, möchte Colossal Bioscience den Vogel über einen anderen Ansatz wiederbeleben. Die Wissenschaftler planen, Gene der ausgestorbenen Spezies in eine noch lebende, eng verwandte Spezies einzuschleusen und deren DNA zu manipulieren. Es könnte so das zum Klonen notwendige Erbgut über einen Umweg erzeugt werden. Beim Wollhaarmammut soll dazu der Asiatische Elefant verwendet werden, dessen Erbgut zu 99,6 Prozent mit der ausgestorbenen Tierart identisch ist.

Beim Dodo, der zur Taubenfamilie gehört, existieren ebenfalls nahe lebende Verwandte, in die womöglich die Gene eingeschleust werden können. Laut den Forscher ist es beim Dodo zudem von Vorteil, dass das beim Wollhaarmammut und Tasmanischen Tiger nötige Austragen des Embryos entfällt.

Reproduktionsprozess von Vögeln ist problematisch

Problematisch ist hingegen, dass der Reproduktionsprozess von Vögeln sich deutlich von Säugetieren unterscheidet. Der Forschung ist es deshalb noch nicht gelungen, einen Vogel zu klonen. Bevor der bis zu einem Meter hohe und 15 Kilogramm schwere Dodo wiederbelebt werden kann, muss Colossal Biosciences also erst erforschen, wie Vögel geklont werden können.

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