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25.000 Exemplare

Buckelwal-Population im Südwestatlantik erreicht historische Anzahl

Die Buckelwal-Population im Südwestatlantik ist mit etwa 25.000 Tieren wieder so groß wie zu Beginn des industriellen Walfangs. Global liegt die Anzahl der Buckelwale aber noch niedriger als vor der Walfang-Ära.

Seattle (U.S.A.). Der zwischen 12 und 15 Metern lange und bis zu 30.000 Kilogramm schwere Buckelwal (Megaptera novaeangliae) galt lange Zeit als vom Aussterben bedroht. Die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) hat bereits im Jahr 2016 das oft in Küstennähe lebenden Tier aus der Familie der Furchenwale (Balaenopteridae) von seiner Roten Liste gefährdeter Arten entfernt. Nun haben Wissenschaftler der University of Washington im Fachmagazin Royal Society Open Science eine Studie veröffentlicht, laut der die Buckelwal-Population im Südwestatlantik eine historische Anzahl erreicht hat.

Wie die Forscher um Alexandre N. Zerbini berichten liegt die Anzahl der Buckelwale in dieser Region laut ihrer Analyse bei etwa 25.000 Exemplaren. Dies entspricht etwa der Bestandsgröße, die die Wale vor Beginn des industriellen Walfangs hatten.

Verschiedene Datenquellen kombiniert

Die Studie der zur National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) gehörenden Wissenschaftler basiert auf einer Datenaggregation, die sich beispielsweise aus Sichtungen der Meeressäuger von Flugzeugen und Schiffen zusammensetzt und die dann mithilfe von statistischen Methoden auf eine wahrscheinliche Gesamtzahl extrapoliert wurden.

Die historischen Vergleichsdaten basieren auf Dokumenten der Walfangflotten, die neben der erlegten Tieren auch die sogenannten Struck-and-Lost-Raten erfasst haben, also Wale, die von den Harpunen getroffen wurden aber nicht an Bord gebracht werden konnten. Aufgrund der großen Verletzungen geht die Wissenschaft davon aus, dass ein Großteil dieser Tiere anschließend im Meer gestorben ist.

Neue Harpunen zerstörten Buckel- und Blauwalpopulationen

Den größten Einfluss hatte die Walfangindustrie entgegen der häufig Fehlannahme nicht in den 1850er Jahren, als auch der Roman Moby-Dick erschienen ist, sondern zu Beginn des 20ten Jahrhundert. Dies lag vor allem an den neuen Harpunen, die es den Walfängern ermöglichten regelmäßig auch große Wale zu erlegen. Als Konsequenz daraus wurde die Anzahl der Buckel- und Blauwale innerhalb von wenigen Jahren von ehemals fünf- oder sogar sechsstellige Beständen auf einige hundert Tiere dezimiert.

Schutzmaßnahmen zeigen erst jetzt Erfolg

Obwohl bereits 1946 ein internationales Übereinkommen zur Regelung des Walfangs verabschiedet wurde, weil das drohende Aussterben der Säugetiere bereits damals befürchtet wurde, wurde der industrielle Walfang erst im Jahr 1986 durch das internationale Walfangmoratorium, an das sich nahezu alle Staaten halten, weitestgehend beendet. Trotzdem ist die Population fast aller Großwale auch heute noch deutlich geringer als vor Beginn des Walfangs, was vor allem daran liegt, dass die Tiere eine sehr lange Tragezeit haben und nur alle paar Jahre ein Jungtier zur Welt bringen.

Im Vergleich zu anderen Ozeanen ist die Buckelwal-Population im südlichen Atlantik deshalb als sehr gut einzustufen. Weltweit wird der Bestand der Tiere aktuell auf 80.000 geschätzt, vor Beginn des Walfangs waren es etwa 130.000 Buckelwale. Schätzungen gehen davon aus, dass innerhalb des 20ten Jahrhunderts etwa 200.000 Buckelwale erlegt wurden.  

Royal Society Open Science, doi: 10.1098/rsos.190368

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