Robert Klatt
Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) haben einen hohen Strom- und Wasserbedarf. SpaceX möchte deshalb ein Rechenzentrum aus einer Million Satelliten in den niedrigen Erdorbit verlagern.
Hawthorne (U.S.A.). Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) werden in den kommenden Jahrzehnten zu einer deutlichen Zunahme des Strombedarfs führen. Google, Meta, Amazon und andere große Rechenzentrumsbetreiber fordern deshalb eine Verdreifachung der Kernkraft bis 2050. Google hat zudem kürzlich angekündigt, bis 2027 ein KI-Rechenzentrum im Weltraum zu bauen, das die dort permanent vorhandene Solarenergie nutzen soll.
SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, hat nun einen Antrag eingereicht, laut dem es ebenfalls ein KI-Rechenzentrum im Weltraum installieren möchte. Das Rechenzentrum soll aus einer Million Satelliten bestehen, die sich im niedrigen Erdorbit befinden und miteinander über ein laserbasiertes Kommunikationssystem verbunden sind. Die Energie soll über integrierte Solarmodule gewonnen werden.
Laut SpaceX würde die Satellitenkonstellation mit ihrem bisher unerreichten Ausmaß dafür sorgen, dass die Menschheit sich zu einer Kardashev-II-Zivilisation entwickelt. Aktuell befinden sich laut der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) „nur“ 15.000 Satelliten in der Erdumlaufbahn, von denen über 9.600 zum Starlinknetz gehören, das von SpaceX betrieben wird. Das neue Projekt würde also, selbst wenn nur ein kleiner Teil der geplanten Satelliten tatsächlich im Erdorbit platziert wird, die Zahl der bisher existierenden Satelliten vervielfachen.
Die Astronomie sieht das Projekt deshalb kritisch, weil die hohe Anzahl an Satelliten zunehmend die Beobachtung des Weltraums erschwert. Außerdem kommt es durch die bereits existierenden Satelliten immer öfter zu Beinahekollisionen und immer mehr Weltraumschrott, der die Raumfahrt zunehmend erschwert.
SpaceX argumentiert hingegen damit, dass das KI-Rechenzentrum im Weltraum den oft als zu hoch kritisierten Wasser- und Stromverbrauch von Rechenzentren auf der Erde reduzieren kann. Ob das Rechenzentrum tatsächlich genehmigt wird, muss die FCC noch in ihrem komplexen Prüfprozess entscheiden. Die tatsächliche Umsetzung im geplanten Ausmaß ist angesichts der hohen Satellitenanzahl aber ohnehin fraglich.
Quellen:
Antrag von SpaceX