Höhere Lebensdauer

Roboter-Tankstelle soll Satelliten im Weltraum versorgen

Robert Klatt

Satelliten haben nach zehn bis 15 Jahren keinen Treibstoff mehr. Die NASA erprobt deshalb eine mobile robotische Tankstelle, die Satelliten im Weltraum auftankt.

Washington D.C. (U.S.A.).
Die meisten Satelliten haben eine Lebensdauer von zehn bis 15 Jahren. Am Ende dieser Zeit sind die Treibstoffvorräte fast vollständig verbraucht und der Satellit muss in einen sicheren Orbit fliegen, obwohl die eigentliche Technik oft noch funktionsfähig ist. Die NASA hat nun angekündigt, dass die Mission Osam-1 (On-orbit Servicing, Assembly, and Manufacturing 1), dieses Problem lösen soll, um die Lebensdauer von Satelliten deutlich zu erhöhen.

Der Osam-1-Roboter soll dazu im Weltraum Satelliten betanken. Erprobt werden soll die mobile robotische Tankstelle mit dem Umweltsatelliten Landsat 7. Dieser beobachtet die Erdoberfläche seit mehr als 20 Jahren. Dabei konnte der Satellit etwa die Abholzung der Regenwälder in Papua-Neuguinea und die schmelzenden Gletscher in Grönland dokumentieren.

Neuer Treibstoff für Landsat 7

„Ohne Landsat hätten wir nicht die Aufzeichnungen, die wir heute über die Entwaldung und die sich verändernde Landwirtschaft in einem riesigen und wichtigen Biotop haben“, erklärt Doug Morton, der Leiter des Biospheric Sciences Lab am Goddard Space Flight Center.

Sein ersten Ziel Landsat 7 soll die Roboter-Tankstelle Osam-1 mit einem mechanischen Arm einfangen. Anschließend soll der Tankvorgang im Weltraum starten. „Vor etwa zwanzig Jahren betankten die Techniker den Satelliten in Vorbereitung auf seinen Start, und sie dachten nicht daran, dass jemals wieder jemand diese Schnittstelle berühren würde“, so Brent Robertson. Er ist der Projektleiter von Osam-1.

115 Kilogramm Hydrazin-Treibstoff

Um die Betankung der Landsat-Satelliten durchzuführen, muss Osam-1 mit seinem Roboterarm eine Isolierschicht durchtrennen. Anschließend muss der Roboter Drähte durchschneiden und Schrauben lösen, damit sein Betankungsschlauch angeschlossen werden kann. Sollte dies gelingen, kann Landsat 7 mit 115 Kilogramm Hydrazin-Treibstoff betankt werden.

Zusammenbau im Weltraum

Die Testmission soll außerdem einen zusätzlichen kleinen Roboter erproben. Der sogenannte Spider (Space Infrastructure Dexterous Robot) hat eine drei Meter lange Antenne aus sieben Einzelteilen an Bord, die im Weltraum zusammengebaut werden. Es soll so belegt werden, dass strukturelle Komponenten im Weltraum neu gebaut werden können.

„Wenn man die Fähigkeit hat, Dinge im Weltraum zu bauen, kann man sein eigenes Material mitbringen oder sich Material schicken lassen. Und man kann viel größere Dinge bauen“, so Robertson. Dies würde laut ihm eine neue Ära der Nutzung des Weltraums einläuten. Starten soll die NASA-Mission frühsten im Jahr 2025.

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