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Zehnjahresplan

China plant Eröffnung einer bemannten Station auf dem Mond

China möchte in den kommenden Jahren zur führenden Raumfahrtnation werden. Bis 2029 soll eine bemannte Station auf dem Mond errichtet werden. Außerdem ist eine Marsmission für das Jahr 2020 geplant. 2022 soll eine neue Raumstation die ISS ersetzen, deren Bestandsgarantie 2024 abläuft.

Peking (China). Die chinesische Regierung möchte als erstes Land eine permanente bemannte Station auf dem Mond errichten und so zur führenden Raumfahrtnation werden. Laut einem Artikel der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, der den Chef der chinesischen Raumfahrtbehörde, Zhang Kejian zitiert, soll diese bereits in zehn Jahren auf dem Südpol des Mondes entstehen. Zur Vorbereitung hat die Raumfahrtbehörde bereits eine Reihe unbemannter aber auch bemannter Missionen angekündigt, die mit dem Start der Sonde Chang'e 5 zum Mond noch in diesem Jahr beginnen sollen.

Ursprünglich war geplant, dass die Sonde bereits 2017 mit dem Sammeln von Proben auf dem Mond beginnt. Aufgrund von technischen Problemen mit der Rakete Langer Marsch 5 Y2, deren Start im Juli 2017 scheiterte, wurde die umbenannte Mission der Sonde bis 2019 verschoben.

Raumstation nach ISS-Vorbild

Außerdem möchte China bis 2022 eine große Raumstation errichten, deren modularen Aufbau sich an der Raumstation-ISS orientiert. Derzeit verfügt das Land bereits über die Raumstation Tiangong 2, die aktuell jedoch unbesetzt ist. Der Vorgänger Tiagong 1 ist inzwischen in der Atmosphäre verglüht. Zhang erklärte, dass die chinesische Raumstation als Ersatz für die ISS dienen könnte, deren Bestandsgarantie durch die Staaten USA, Kanada, Russland, Japan und die ESA nur noch bis 2024 gilt.

Zhang kündigte an, dass bis die Volksrepublik China bis 2020 auch eine Mars-Mission plant. Inzwischen liegt das Budget der Raumfahrtbehörde direkt hinter den USA und somit vor Russland und Japan. Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gehen von einem Budget für zivile und militärischen Raumfahrt von 7,48 Milliarden Euro im Jahr 2017 aus. Die nun angekündigten Pläne lassen eine deutliche Steigerung vermuten.

Marssimulator für Touristen

Weltraumbegeisterte Chinesen können aktuell schon in der Wüste Gobi den Simulator Mars-Basis 1 besuchen. Andere Staaten verfügen zwar auch über simulierte Marsbasen, diese sind jedoch nur für Wissenschaftler und Astronauten geöffnet. Der in der nordwestlichen Provinz Gansu errichte Simulator steht derzeit der Öffentlichkeit für Bildungszwecke zur Verfügung, später soll auch eine touristische Nutzung folgen.

Die Station besteht aus neun Modulen, deren weiße Gebäude einen Wohnbereiche, ein Gewächshaus, eine Luftschleuse und ein Kontrollzentrum beinhalten. Bei der Konzeption der Marsbasis erhielt das Unternehmen C-Space Unterstützung durch das chinesische Astronauten-Zentrum und die staatliche TV-Produktionsfirma CICC.

Aktuell können bereits Schüler in Raumanzügen die Oberfläche erkunden. Touristen sollen ab 2020 Zugang zur Station erhalten, die dank ihrer 40 Kilometer Entfernung zur nächsten Stadt Jinchang tatsächlich die Abgeschiedenheit im Weltraum simulieren kann.

1 Kommentar

Manni
Das findet ich doppelt gut:
1. Ein Beitrag für die Welt zur Erforschung des Weltraums= unserer mittelfristigen Zukunft (Astereioidenabwehr, Testen neuer Technologien, langfristige Besiedlung fremder Planeten etc)
2. Ein Beitrag zum Weltfrieden, denn wenn die Mittel des Welthegemons (notgedrungen) in die Weltraumforschung fließen müssen, dann fehlen sie für die beliebten Regimechanges auf der Erde ...
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