Projekt Kuiper

Amazon beginnt Aufbau ihrer Internet-Satelliten-Konstellation

Robert Klatt

Project Kuiper )moc.nozamatuobanozamA(Foto: © 

Amazon beginnt mit dem Aufbau einer Konstellation aus über 3.000 Satelliten, um mit SpaceX konkurrieren zu können. In der Astronomie sorgt dies für Kritik, weil die Satelliten die Beobachtung des Weltraums behindern.

Seattle (U.S.A.). Amazon hat mit Projekt Kuiper bereits 2019 eine Satelliten-Konstellation angekündigt, die wie Starlink vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX Internet in unterversorgte Gebiete bringen soll. Laut einer Pressemitteilung sollen die ersten Satelliten im vierten Quartal 2020 in ihre Umlaufbahn um die Erde gebracht werden. Dazu hat der Konzern kürzlich einen Antrag für den experimentellen Betrieb der Satelliten KuiperSat1 und KuiperSat2 bei der Telekommunikationsbehörde Federal Communications Commission (FCC) eingereicht.

Das vollständige Netzwerk soll 3.236 Satelliten umfassen. Davon sollen 784 Satelliten in einer Höhe von 590 Kilometern in 28 Ebenen abgesetzt werden, 1.296 Satelliten in 610 Kilometern Höhe in 42 Ebenen und 1.156 Satelliten in 630 Kilometern Höhe in 34 Ebenen. Laut den Vorgaben der FCC muss mindestens die Hälfte der Satelliten ihre Position im Erdorbit bis zum 30. Juli 2026 erreicht haben. Die restlichen Satelliten muss Amazon bis zum 30. Juli 2029 funktionsbereit in den Orbit bringen.

Test der Kommunikations- und Netzwerktechnik

Die Satelliten KuiperSat1 und KuiperSat2 dienen hauptsächlich dem Test der Kommunikations- und Netzwerktechnik. Außerdem soll der experimentelle Betrieb dabei helfen, dass endgültige Satellitendesign festzulegen. Bisher wurde die neue Technik nur in Simulationen und im Labor erprobt. „Es gibt keinen Ersatz für Tests im Orbit und wir erwarten, angesichts der Komplexität und des Betriebsrisikos in einer derart herausfordernden Umgebung viel zu lernen. Wir können es kaum erwarten loszulegen“, erklärt Rajeev Badyal, Vize-Präsident für Technik des Kuiper-Projekts.

Probleme für die Astronomie

In der Astronomie sorgt die geplante Satelliten-Konstellation von Projekt Kuiper wie auch von SpaceX für Kritik. Obwohl SpaceX von über 30.000 geplanten Satelliten erst 1.660 Satelliten in den Erdorbit gebracht hat, stören die Starlink-Satelliten schon jetzt die Beobachtung des Weltraums. In Zukunft wird dieses Problem durch die beiden Konzerne, die um den milliardenschweren Markt für Internet via Satelliten konkurrieren, noch verstärkt. Astronomen fordern deshalb eine Diskussion über Regeln in der UNO.

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