Drohnen mit Laserscannern haben Archäologen in den australischen Blue Mountains zu bislang nicht registrierten Felsunterständen geführt. Dort wurden Felskunst und steinerne Artefakte dokumentiert. Die Technik erkannte zunächst geeignete Geländeformen unter dem Bewuchs. Die kulturellen Spuren selbst mussten anschließend vor Ort bestätigt werden.
Das Projekt verbindet Forscher der University of Sydney, des Australian Museum und die Dharug Custodian Aboriginal Corporation. Zu den Beteiligten gehören Jacob Bongers, Amy Mosig Way, Wayne Brennan und Erin Wilkins. Drohnen ergänzen in diesem Ansatz die Ortskenntnis und die Untersuchung am Boden. Das Ergebnis sind drei neu registrierte Felsunterstände sowie die Bestätigung von sechs bereits verzeichneten Orten.
LiDAR ermittelt Entfernungen mit ausgesendeten Laserpulsen. Aus vielen einzelnen Messungen entsteht eine dreidimensionale Punktwolke. Ein Teil der Pulse trifft auf Blätter und Äste, ein anderer gelangt durch Lücken bis zum Boden oder an Felsflächen. Durch die Auswertung dieser Rückmeldungen lässt sich ein Geländemodell erstellen. Der Laser blickt dabei nicht wie eine Röntgenaufnahme durch massive Felsen.
Für die Suche sind insbesondere überhängende und geschützte Felsbereiche interessant. Solche Formen können Hinweise darauf geben, wo frühere Menschen Schutz fanden und Spuren hinterließen. Das Modell liefert deshalb mögliche Untersuchungsorte. Ob dort tatsächlich kulturelles Material erhalten ist, bleibt eine eigenständige Frage. Eine geeignete Form allein macht aus einem Felsunterstand noch keine archäologische Fundstätte.
Nach der Luftvermessung suchten Teams die ausgewählten Stellen auf. Sie prüften die Unterstände und dokumentierten das vorhandene Material. Zu den erfassten Spuren gehören rote Handnegative. Solche Darstellungen entstehen, wenn Pigment um eine an die Wand gehaltene Hand verteilt wird und deren Umriss zurückbleibt. Aus der Meldung lässt sich jedoch kein einheitliches Alter aller neu dokumentierten Darstellungen ableiten.
Auch bereits bekannte Orte profitierten von der Vermessung. Genauere Koordinaten erleichtern ihre spätere Wiederauffindung und Betreuung. In einem zerklüfteten Gelände kann eine ungenaue Lageangabe erhebliche zusätzliche Wege verursachen. Die Verbesserung des Registers ist deshalb ein eigenständiger Nutzen. Archäologische Arbeit besteht nicht nur aus neuen Funden, sondern auch aus der zuverlässigen Dokumentation bekannter Stätten.
Das Grundprinzip ist auch aus der Untersuchung anderer Regionen bekannt. So wurden durch Laserscans zahlreiche Erdwerke im Amazonasgebiet erfasst. Dort stehen großräumige Bodenformen im Mittelpunkt. In den Blue Mountains richtet sich die Suche dagegen auf kleinere Felsstrukturen. Die gleiche Messtechnik kann somit je nach Gelände sehr unterschiedliche archäologische Fragen unterstützen.
Auch bei Siedlungsspuren unter dichter Vegetation in Kambodscha ergänzten Fernerkundungsdaten die Feldforschung. Solche Beispiele zeigen zugleich ihre Grenze: Ein digitales Höhenmodell erklärt noch nicht, wer einen Ort nutzte und was dort geschah. Datierung, Materialuntersuchung und kultureller Kontext bleiben notwendig. Die Technik macht die Suche gezielter, übernimmt aber nicht die gesamte Interpretation.
Das Gulamada-Projekt ist ausdrücklich als Zusammenarbeit mit den lokalen Hütern des Kulturerbes angelegt. Ihre Beteiligung betrifft die Auswahl, Einordnung und Dokumentation der Orte. Diese Stätten sind nicht lediglich Punkte in einem Datensatz, sondern Teil einer lebendigen kulturellen Landschaft. Eine bessere Erfassung kann ihren Schutz unterstützen. Gleichzeitig müssen der Umgang mit sensiblen Ortsangaben und die weitere Nutzung der Daten die Rechte und Kenntnisse der zuständigen Gemeinschaften berücksichtigen.
Remote Sensing, LiDAR-Assisted Survey Locates Unregistered Rock Shelters in the Blue Mountains, Australia; doi:10.3390/rs18203495
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