Cloud Seeding

Wasserknappheit - Drohnen sollen Wolken „melken“

Robert Klatt

In den Vereinigten Arabischen Emiraten fällt kaum Regen. Drohnen sollen deshalb Wolken mit elektrischen Impulsen zum Abregnen bringen.

Reading (England). In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) liegt die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei nur 100 Millimeter pro Jahr. Deutschland hat zum Vergleich siebenmal so viel Regen. Es ist deshalb nicht verwunderlich das in den VAE eine enorme Wasserknappheit herrscht.

Die Regierung hat deshalb bereits in den 1990er-Jahren das The UAE Research Program for Rain Enhancement Science (UAEREP) gegründet, das Wissenschaftler, die im Bereich Regenverstärkung forschen, finanziell unterstützt. 2017 wurden von den VAE 15 Millionen US-Dollar Fördermittel an neun Regenmach-Projekte vergeben. Diese sollen Wege finden, dieausreichend vorhandenen Wolken, die jedoch nicht abregen, zur Abgabe des Wassers zu bewegen.

Drohnen sollen Wolken abregnen lassen

Laut eines Berichts der BBC soll zeitnah ein Projekt der Universität von Reading, das Wolken mithilfe kleiner Drohnen zum Abregnen bringen soll, erprobt werden. Dazu werden in den Wolken elektrische Impulse mit geringer Leistung freigesetzt, die das Gleichgewicht der elektrischen Ladung innerhalb der Wolkentröpfchen beeinflussen sollen.

Elektrostatische Kräfte verbinden Wolkentröpfchen

„Ausgestattet mit einer Nutzlast von Instrumenten zur Emission von elektrischer Ladung und maßgeschneiderten Sensoren werden diese Drohnen in niedriger Höhe fliegen und eine elektrische Ladung an Luftmoleküle abgeben, die den Niederschlag fördern soll“, erklärt Alya Al-Mazroui, Direktor des UAEREP. Die elektrischen Kräfte sollen dazu führen, dass sich die aufgeladenen Wolkentröpfchen miteinander verbinden und dadurch größer werden. Laut Ambaum „werden sie als Regen fall, wenn die Tropfen und groß genug sind.“

Kondensationskerne aus Silberiodid

Derzeit führen die VAE das sogenannte Cloud-Seeding, bei dem Wolken zum Abregnen gebracht werden, bereits mit Flugzeugen durch, die als kleinste Kondensationskerne in den Wolken Silberiodid versprühen. Der geplante Drohneneinsatz ist jedoch deutlich weniger aufwendig. In der Vergangenheit kam es außerdem schon  zum unkonventionellen Vorschlag mit einem künstlichen Berg Steigungsregen zu erzeugen.

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