Benetzungshemmung

Trockenheit in Deutschland verhindert Wasseraufnahme der Böden

Robert Klatt

Hohe Temperatur und Wassermangel sorgen dafür, dass sich Fette und Wachse auf dem Boden ablagern. Dies verhindert die Wasseraufnahme und sorgt für starke Erosionen.

Hannover (Deutschland). Die Folgen des Klimawandels treffen Deutschland schon jetzt. Besonders die seit dem extremen Trockenjahr 2018 geringe Niederschlagsmenge sorgt für vertrocknete Pflanzen, hohe Waldbrandgefahr und austrocknende Moore. Auch die Weizenernte in gemäßigten Klimaregionen wie Deutschland ist durch die Wasserknappheit und die Erderwärmung bedroht.

Wie der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) zeigt, konnte auch der Starkregen in diesem Sommer die Bodenfeuchte nicht auf ihr vorheriges Niveau anheben. In vielen Regionen der Bundesrepublik herrscht in den oberen 25 Zentimetern deshalb noch immer moderate und sogar extreme Dürre.

Wasseraufnahme der Böden gestört

Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat nun gezeigt, dass die Erholung der Böden durch ihre vorherige starke Austrocknung erschwert wird, weil diese dafür sorgt, dass die Bodenoberfläche wasserabweisend wird. In der Wissenschaft bezeichnet man bei diesem paradoxen Effekt als Benetzungshemmung. Ausgelöst wird die Benetzungshemmung, weil sich bei Trockenheit aus Pflanzen Fette und Wachse lösen und auf den mineralischen Böden ablagern.

Die Böden können infolgedessen Regenwasser nur deutlich schlechter absorbieren, was dazu führt, dass das Wasser abfließt und die Böden weiterhin zu trocken bleiben. Zusätzlich sorgt die Benetzungshemmung durch den oberflächlichen Wasserabfluss für eine stärkere Bodenerosion, die fruchtbare Erde wegschwemmt und die Lebensgrundlage vieler Pflanzen damit neben dem Wassermangel nochmals verschlechtert.

Bodenproben, Klimadaten und Satellitenaufnahmen analysiert

Um das Ausmaß der Benetzungshemmung in Deutschland im Detail zu untersuchen, haben die Forscher der BGR neben Bodenproben auch Klimadaten und Satellitenaufnahmen analysiert. Laut Projektleiter Axel Lamparter konnten „auf diese Weise Aussagen über die Benetzbarkeit der Böden im Landschaftsmaßstab gemacht werden.“

Aus den Studienergebnissen lassen sich für die betroffenen Gebiete anschließend Gegenmaßnahmen ableiten. Dazu gehört neben der gezielten Bewässerung auch die Untermischung von benetzungsfördernden Stoffen wie Ton.

Außerdem soll das Projekt dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels besser zu begreifen. Wie eine Studie gezeigt hat, sind Hitzewellen in Zukunft auch in Deutschland ein deutlich häufigeres Phänomen. Dies wird laut dem BGR dazu beitragen, dass Problem mit wasserabweisenden Böden verstärkt auftreten.

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