Höhere Wassertemperaturen

Korallenriffe überraschend resistent gegen Klimawandel

Robert Klatt

Auf den Punkt gebracht
  • Der Klimawandel verursacht höhere Wassertemperaturen und sorgt somit für das Absterben von Korallenriffen
  • Manche Korallenriffe sind jedoch besonders resistent
  • Dieses Wissen soll  gezielte Schutzmaßnahmen der bedrohten Ökosysteme ermöglichen

Einige Korallenriffe sind überraschend resistent gegen den Klimawandel. Dieses Wissen soll gezielte Schutzmaßnahmen ermöglichen.

Tempe (U.S.A.). In den letzten zehn Jahren sind laut Daten des Global Coral Reef Monitoring Network (GCRMN) die globalen Korallenbestände um etwa 14 Prozent zurückgegangen. Dafür sind hauptsächlich starke Hitzewellen verantwortlich, die infolge des Klimawandels auch in gemäßigten Regionen immer häufiger auftreten. Eine Studie der Arizona State University (ASU) zeigt nun, dass der Klimawandel nicht alle Riffe gleichermaßen bedroht. Laut der Publikation im Fachmagazin PNAS sind vor allem Korallenriffe mit einer dichten Besiedlung resistent gegenüber den höheren Wassertemperaturen.

Im Rahmen ihrer Studie untersuchten die Wissenschaftler um Gregory Asner die Auswirkungen von Hitzewellen auf die Korallenriffe um die sechs hawaiianischen Hauptinseln. Sie analysierten dazu Satelliten- und Infrarotbilder der Riffe, die vor und nach einer Hitzewelle aufgezeichnet wurden. Die Hitzeperiode dauert von Juli bis Oktober 2019 an und war damit ungewöhnlich lang.

Rückgang der Korallen durch Hitzewelle

Anfang 2019 waren 23 Prozent der 21.000 Hektar großen Fläche von lebenden Korallen besiedelt. Innerhalb eines Jahres war die besiedelte Fläche 26 Prozent kleiner. Auffällig war dabei, dass einzelne Riffe unterschiedlich stark vom Korallenrückgang betroffen waren.

In den Riffen der kleinsten hawaiianischen Insel, Lana'i starben etwa 30 Prozent der Korallen. Die Verluste in einigen anderen Riffen waren hingegen 40 Prozent geringer. Diese hatte gemeinsam, dass ein größerer Teil ihrer Gesamtfläche mit Korallen besiedelt war.

Verschmutzung beeinflusst Korallensterben

Neben der Besiedlungsdichte beeinflusst das Korallensterben laut der Studie auch, ob und wie stark ein Küstenabschnitt von Menschen erschlossen und verschmutzt wurde. Zudem haben einzelne Abschnitte in Riffen den höheren Wassertemperaturen besser standgehalten. Laut den Autoren liegt dies wahrscheinlich am unterschiedlichen Erbgut der Korallen.

Die Wissenschaftler erklären, dass ihre Karte und die daraus gewonnenen Erkenntnisse dabei können, die empfindlichen Ökosysteme besser zu schützen. Während besonders anfällige Riffe kaum zu retten sind, könnte gezielte Schutzmaßnahmen demnach immerhin die besonders hitzeresistenten Riffe retten.

PNAS, doi: 10.1073/pnas.2123331119

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