Bond Pet Food

Hundefutter aus dem Labor gegen den Klimawandel

Robert Klatt

Das Start-up Bond Pet Food erzeugt Protein für Hundefutter im Labor. Dies soll die Klimaschäden der Hundehaltung verringern und die Nutztierhaltung unter oft schlechten Bedingungen zur Futterproduktion überflüssig machen.

Boulder (U.S.A.). Ein mittelgroßer Hund erzeugt in seinem Leben so viel CO2 wie 72.800 Auto-Kilometer. In Leipzig fordert deshalb eine im Stadtrat vertretene Partei die Einführung einer CO2-Steuer auf Hunde, die bei der Einhaltung der strengen Klimaschutzziele helfen soll. Hauptverantwortlich für die Emissionen des klimaschädlichen Treibhausgases ist die Produktion des Hundefutters aus geschlachteten Tieren.

Allein in den U.S.A. fressen Haustiere so viele tierische Proteine wie die gesamte Bevölkerung Frankreichs. Hinzukommen die oft sehr schlechten Haltungsbedingungen der später zu Hundefutter verarbeiteten Nutztiere.

Biotechnisches Hundefutter aus dem Labor

Dies möchte das Start-ups Bond Pet Food bald ändern. Dazu entwickelt das Unternehmen Proteine, die in einem biotechnischen Prozess im Labor erzeugt werden können.

„Für Hunde und Katzen muss das Futter schmecken, aber es muss nicht aussehen wie ein Steak. Es geht nicht um die Textur, das Brutzeln, den Geschmack, der genau stimmen muss, damit Menschen die Produkte annehmen“, so Unternehmensgründer Rich Kelleman.

Hoher Produktionspreis

Bevor das alternative Hundefutter, das laut Kelleman von seinem Hund problemlos akzeptiert wird, tauglich für den Massenmarkt ist, muss das Unternehmen jedoch noch den sehr hohen Produktionspreis stark reduzieren. Derzeit liegen die Produktionskosten des künstlichen Proteins durch den Einsatz von Gärtanks bei fünf US-Dollar pro Kilogramm. Laut Kelleman ist eine weitere Absenkung des Preises aber realistisch.

Hundehalter kritisch gegenüber Futteralternative

Problematischer ist laut Kelleman hingegen die Einstellung der Hundehalter gegenüber der Futteralternative. „Ich glaube, dass ich meinen Hunden echtes Tierprotein geben kann, ohne dem Planeten zu schaden“, so die Besitzerin eines Hundes. „Theoretisch sieht es gut aus – aber wir sollten wissen, ob auf lange Sicht die Vorteile die gleichen sind, wie bei echtem Fleisch“, erklärt ein weiterer befragter Hundehalter.

Bevor das Produkt auf den Markt kommen kann, werden laut Bond Pet Food noch etwa zwei Jahre vergehen. Neben der Optimierung der Herstellung benötigt auch die Zulassung der Behörden viel Zeit. Die ersten Tierfuttermittelhersteller sollen das tierische Protein aus dem Labor ab der zweiten Jahreshälfte 2023 erhalten.

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