Robert Klatt
Pittsburgh (U.S.A.). In Deutschland produziert die Windkraft mehr Strom als alle anderen Energiequellen. Obwohl sie kostengünstigen CO₂‑neutralen Strom liefert, gibt es viele Kritiker, die behaupten, dass die Windkraftanlagen der Umwelt und der Gesundheit des Menschen schaden. Einige der Behauptungen, etwa dass Infraschall von Windrädern den Schlaf stören soll und zum sogenannten Wind-Turbinen-Syndrom (WTS) führt, wurden inzwischen durch die Wissenschaft widerlegt. In der Bundesrepublik scheitert der Ausbau der Windenergie aber trotzdem noch immer an unterschiedlichen Verschwörungstheorien und Fehlinformationen.
Forscher der University of Pittsburgh (Pitt) haben nun eine Studie publiziert, die erneut untersucht, hat, ob Windkraftanlagen Menschen ihrer Umgebung gesundheitlich beeinträchtigen. Sie haben dazu die Standortdaten und Betriebszeiten von 75.000 Windkraftanlagen aus den U.S.A. mit Gesundheits- und Befragungsdaten von rund 120.000 Haushalten in ihrer Umgebung verknüpft.
Wie die Wissenschaftler erklären, ist ihr Datensatz deutlich größer und hochauflösender als in früheren Studien zu den Gesundheitsgefahren der Windkraft. Er zeigt erneut, dass Infraschall, also tieffrequente Schallwellen, die Menschen kaum hören können, keine Schlafstörungen auslösen. Die Daten sind deutlich zuverlässiger als in früheren Studien, die hauptsächlich auf Selbstauskünften der Anwohner basierten, weil die aktuelle Studie geografische Daten der Windkraftanlagen mit Gesundheits- und Konsuminformationen verknüpft hat. Auch bei anderen Gesundheitsproblemen, die laut Kritikern auf die Windkraft zurückgehen sollen, zeigen die Daten keine signifikante Zunahme.
Es konnte so deutlich genauer bestimmt werden, ob Windkraftanlagen die Schlafqualität reduzieren oder andere, messbare Gesundheitseffekte auslösen. Laut der Analyse kommt es bei Menschen, die dauerhaft in der Nähe einer Windkraftanlage wohnen, nur in Einzelfällen zu moderaten Beschwerden wie Kopfschmerzen und Stresssymptomen. Es wurden aber keine Hinweise darauf entdeckt, dass Windparks schwerwiegende oder systematische Gesundheitsprobleme verursachen.
Quellen:
Studie im Fachmagazin PNAS, doi: 10.1073/pnas.2525715123