Klimawandel

Eisschwund in der Arktis fördert Waldbrände in Kalifornien

Robert Klatt

Der Rückgang der hellen Eisflächen in der Arktis sorgt für ausdauernde Hochdruckgebiete in Kalifornien und erhöht damit die Häufigkeit extremer Waldbrände. In den kommenden Jahren könnte der Klimawandel diesen Effekt noch verstärken.

Richland (U.S.A.). In Kalifornien zerstörten die Waldbrände Caldor, Dixie oder River Complex im Jahr 2020 zehntausende Quadratkilometer Wald und verursachten finanzielle Schäden von mehreren Milliarden US-Dollar. Die Hälfte der zehn größten Waldbrände der neueren Geschichte des Bundesstaates wütete in Kalifornien im Vorjahr. Gemeinsam haben die Waldbrände, dass ihre Ausbreitung durch die anhaltende Trockenheit im Westen der U.S.A. gefördert wurde.

Wissenschaftler des Pacific Northwest National Laboratory haben nun herausgefunden, dass das die Häufigkeit der Waldbrände und der extremen Feuerwetterlagen in Kalifornien mit dem Rückgang des Eis in der Arktis zusammenhängt.

Studiendaten kombiniert

Laut ihrer Publikation im Fachmagazin Nature Communication kombinierte das Team um Youfei Zou für ihre Analyse Daten zur Meereisbedeckung in der Arktis mit Daten zu Wetterbedingungen und Waldbränden im Westen Nordamerikas. Sie erstellten daraus ein Modell, dass die drei Faktoren berücksichtigt. Anhand von Simulationen konnten die Forscher so zeigen, dass das schwindende Meereis von Juli bis Oktober das Risiko für starke Waldbrände zwischen September und Dezember signifikant beeinflusst. Die Feuergefahr ist demnach umso höher, umso kleiner die Eisbedeckung ist.

Zirkulationsmuster in der Atmosphäre beeinflusst

Dies liegt daran, dass das dunkle Meerwasser anstatt der hellen Eisflächen die großräumigen Zirkulationsmuster in der Atmosphäre beeinflusst. In Nordamerika entstehen dadurch öfter ausdauernde Hochdruckgebiete, die trockenes und heißes Wetter bringen.

Zou konstatiert, dass dieser Effekt sich ähnlich stark wie die Folgen von El Niño auf die Waldbrandgefahr auswirken. El Niño, der das Wetter global verändert, sorgt dafür, dass es an der normalerweise trockenen südamerikanischen Pazifikküste stark regnet. In Indonesien, Australien oder Kalifornien entsteht dadurch Trockenheit. „Extremes Feuerwetter und erhöhtes Risiko für große Waldbrände gehören zum neuen Normalzustand in Regionen wie Kalifornien“, so die Wissenschaftler. In den kommenden Jahren könnte der Klimawandel zu einem weiteren Eisverlust führen und somit neben El Niño die Häufigkeit extremer Waldbrände nochmals erhöhen.

Nature Communication, doi: 10.1038/s41467-021-26232-9

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