413,2 ppm

CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf Rekordhoch

Robert Klatt

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre hat trotz der globalen Konjunkturabschwächung ein neues Rekordhoch erreicht. Sollte diese Entwicklung weiteranhalten, können die Ziele des Pariser Abkommens nicht erreicht werden.

Genf (Schweiz). Laut eines Berichts der Weltwetterorganisation (WMO) hat der Anteil von CO2 und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre der Erde ein neues Rekordhoch erreicht, obwohl die Emissionen durch die Covid-19-Pandemie zeitweise gesunken sind. Die global schwache Konjunktur hat sich also weder auf die Wachstumsraten noch auf die atmosphärische Konzentration der Treibhausgase positiv ausgewirkt. Diese Entwicklung setzt sich auch im laufenden Jahr fort.

Wenn die Menschheit die Steigerungsrate der Treibhausgaskonzentrationen nicht zeitnah einschränkt, können die Ziele des Pariser Abkommens, das einen maximalen Temperaturanstieg von zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau vorsieht, nicht eingehalten werden. „Wir sind weit vom Kurs entfernt“, warnte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas im Vorfeld der Klimakonferenz, die in der kommenden Woche in Glasgow stattfindet.

413,2 ppm CO2 in der Atmosphäre

Obwohl der Anstieg des CO2 von 2019 bis 2020 geringer war als der von 2018 bis 2019, lag er über der durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate der vergangenen zehn Jahren. In der Atmosphäre der Erde sind nun Teilen pro Million (ppm) CO2 vorhanden. Die CO2-Konzentration lag damit 2020 auf 149 Prozent des vorindustriellen Niveaus. Methan (+ 262 %) und Stickstoff (+ 123 %) liegen ebenfalls deutlich über dem Niveau des Jahres 1750.

Hohes Temperaturniveau für mehrere Jahrzehnte

Wie die Forschung ermittelt hat, verbleibt etwa die Hälfte des durch menschliche Aktivitäten emittierten CO2s in der Atmosphäre, während der Rest von Ökosystemen an Land und von den Ozeanen aufgenommen wird. Durch den Klimawandel können diese in Zukunft aber weniger effektiv als Kohlendioxid-Senken und als Puffer dienen und einen weiteren Temperaturanstieg nicht im gewohnten Umfang verhindern. Laut der WMO sorgt die hohe Lebensdauer von CO2 deshalb dafür, dass das aktuelle Temperaturniveau noch mehrere Jahrzehnte anhält, auch wenn man die Emissionen zeitnah auf null reduzieren würde.

Strahlungsdruck deutlich gestiegen

Daten des Beobachtungsnetzwerk Global Atmosphere Watch aus den Jahren 1990 bis 2020 bestätigen, dass der Erwärmungseffekt durch langlebige Treibhausgase auf das Klima (Strahlungsdruck) in den letzten 30 Jahren um 47 Prozent zugenommen hat. CO2 hat daran einen Anteil von etwa 80 Prozent.

Zuletzt hatte die Erde eine so hohe CO2-Konzentration vor etwa 3 Millionen bis 5 Millionen Jahren. Die Temperaturen waren zu dieser Zeit etwa 2 bis 3 Grad Celsius höher als jetzt und der Meeresspiegel war 10 bis 20 Meter höher.

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