Zur mobilen Website wechseln?

Sehr geringes Risiko

Zivile Drohnen sind für die Luftfahrt keine wirkliche Gefahr

Neuste wissenschaftlichen Berechnungen zeigen, dass von zivilen Drohnen kaum eine Gefahr für die Luftfahrt ausgeht. Vögel hingegen stellen eine wesentlich größere Gefahr dar.

Fairfax (U.S.A.). Zivile Drohnen sind, trotz einiger gesetzlicher Regelungen, immer noch extrem beliebt. Im Privatgebrauch werden sie entweder dazu eingesetzt Fotos oder Videos aus der Vogelperspektive zu machen, mit Unterstützung einer passenden Videobrille die Drohne aus der Ego-Perspektive zu steuern oder einfach um als Hobbypilot einige Runden mit dem wendigen Fluggerät zu drehen. Aber auch gewerblich werden Drohnen immer wichtiger: So setzen nicht nur professionelle Fotografen auf die fliegende Technik, auch Statiker, die so Schäden an Gebäuden wie Windkrafträder oder Brücken untersuchen. Und selbst die Polizei setzt seit neustem bei bestimmten Einsätzen Drohnen ein.

Weltweit sind die Drohnen aber in die Kritik geraden, da sie angeblich die Luftsicherheit gefährden. Erst vor einigen Monaten stieß eine Drohne mit einem Airbus von British Airways zusammen – passiert ist dem Flugzeug aber nichts.

Vögel sind ein größeres Risiko

Wissenschaftler der George Mason University in Fairfax haben nun erstmals das Risiko, welches von zivilen Drohnen für die Luftfahrt ausgeht, anhand von Vogelzusammenstößen untersucht. Das Ergebnis: Statistisch ist das Risiko so gering, dass es nur einmal in 187 Millionen Jahren Flugzeit zu einem tödlichen Unfall kommt.

Die Wissenschaftler haben für ihre Berechnung durch die US-Flugaufsichtsbehörde FAA gemeldete Vogelschläge der letzten 25 Jahre ausgewertet. Diese wurden ins Verhältnis zu den etwa zehn Milliarden Vögeln in den USA gesetzt. Zudem wurde berücksichtig, dass nicht jeder Vogelzusammenstoß zu Schäden am Flugzeug oder gar zu einem Absturz führt.

Die FAA registrierte in den vergangenen 25 Jahren 160.000 Kollisionen mit Tieren – davon waren lediglich 14.000 Zusammenstöße, die zu einer Beschädigung des Flugzeuges führten. Bisher ist nur ein einziges Mal ein Passierflugzeug durch einen Vogelschlag verunglückt. Dies geschah im Jahr 2009, wo der US-Airways-Flug 1549 im Hudson River in New York notwassern musste. Die Zahlen zeigen zudem, dass es in den letzten 25 Jahren in den USA nur zwölf Zusammenstöße mit Flugzeugen und Tieren (Vögel, Hirsche, etc.) gab, bei denen Menschen starben.

Zivile Drohnen stellen kaum eine Gefahr dar

Die Wissenschaftler betonen, dass selbst wenn es viele Millionen Drohnen gebe, das Risiko einer Kollision mit einem Flugzeug immer noch deutlich geringer sei als mit einem Vogel. Der Grund ist zum einen, dass es einfach viel mehr Vögel als Drohnen gibt und dass Vögel ihr halbes Leben in der Luft verbringen. Drohnen hingegen verbringen ihren Großteil der Zeit im Karton.

Nachweisliche Panikmache

Die amerikanische Academy of Model Aeronautics (AMA) wirft der US-Flugaufsichtsbehörde sogar Panikmache in Bezug auf zivile Drohnen vor. Von den 764 registrierten Beinahe-Kollisionen mit Drohnen, sind tatsächlich nur 27 Fälle gewesen, die so hätten bezeichnet werden dürfen. Der Grund dafür ist, dass die FAA bereits einfache Sichtungen als Beinahe-Kollision dokumentiert hat. Und tatsächlich ist bisher kein einziger Fall bekannt, in dem ein Mensch durch eine zivile Drohne getötet wurde.

Auch die deutsche Politik lässt sich von diesen Zahlen nicht beeindrucken und betont weiterhin wie gefährlich Drohnen für die öffentliche Sicherheit sind. Man beschließt lieber neue Verbotsgesetze anstatt auf technische Sicherheitsmaßnahmen wie Transponder und Geofencing zu sprechen – eine Technologie, die das Fliegen von zivilen Drohnen in Sicherheitszone wie etwa Flughäfen oder Gefängnissen unterbindet.

Fotografieren und filmen weiterhin beliebt

Obwohl die Regierung ordentlich Wind gegen zivile Drohnen macht und jüngst wieder eine neue Drohnen Verordnung herausgegeben hat, so schreckt dies die Hobbypiloten nicht vom Fliegen ab.

Derzeit liegen die DJI Mavic 2 und die DJI Phantom 4 voll im Trend. Aber auch andere Modelle, an denen sich beispielsweise hochwertige digitale Spiegelreflexkameras für atemberaubende Luftaufnahmen oder sogenannte Action Cams für spektakuläre Videos montieren lassen, sind weiterhin sehr beliebt. Hier bietet beispielsweise die Sony Alpha 6300 sehr gute Ergebnisse und auch die Hero 7 Black liefert im Praxistest fantastische Videoaufnahmen.

Neben den beliebten Drohnen zum Fotografieren und Filmen werden Modelle wie die Barrot Bebop 2, eine Drohne, die mit einer Videobrille aus der Ego-Perspektive geflogen werden kann, immer beliebter. Diese und vergleichbare Modelle haben einen völlig neuen Rennsport ins Leben gerufen, vor dem die Politik aufgrund von falschen Zahlen der Flugaufsichtsbehörden keinen Riegel schieben darf.

1 Kommentar

chriss136
Es geht hierbei doch nur ums Geld verdienen, bei gewerblichen Drohnen kann man eine Menge Gebühren kassieren und bei privaten Fliegern, wenn sie erwischt werden, eine Strafe. In beiden Fällen hat der Staat eine Einnahmequelle.
Denn Ahnung haben die zulassen den Behörden nicht, wie kann man einen Nachtflug genehmigen über eine Menschenmenge bei einer Großveranstaltung mit einem Quadcopter?
Schreib uns deine Meinung
Klicken Sie, um das Bild neu zu laden