Mikrowellen

US-Militär überträgt Strom kabellos über große Entfernung

Robert Klatt

Auf den Punkt gebracht
  • Eine Forschungseinrichtung des US-Militärs hat elektrische Energie kabellos über einen Kilometer übertragen
  • Dies ist die die bedeutendste Demonstration von Power Beaming seit fast 50 Jahren
  • In Zukunft soll die Technik Truppen im Einsatz mit Strom aus dem Weltraum versorgen

Eine Forschungseinrichtung des US-Militärs hat mittels Power Beaming kabellos elektrische Energie über eine große Entfernung übertragen.

Washington D.C. (U.S.A.). Wissenschaftler des Naval Research Laboratory (NRL), einer Forschungseinrichtung des United States Marine Corps und der United States Navy, haben elektrische Energie mit einer Leistung von 1,6 Kilowatt kabellos über einen Kilometer übertragen. Sie wandelten dazu Strom in Mikrowellen um, die dann mit einem gerichteten Strahl auf einen Empfänger gesendet wurden. Zur exakten Fokussierung des Mikrowellenstrahls nutzten die Forscher als Sendeantenne eine Schüssel. Es handelt sich laut des NRL dabei um „die bedeutendste Demonstration von Power Beaming seit fast 50 Jahren“.

Empfangen wird Mikrowellenstrahl mit einer gleichrichtenden Antenna (Rectenna), die aus einer Vielzahl kleiner Mikrowellenantennen besteht. Diese arbeiten im X-Band, dem Frequenzbereich zwischen 7 und 11,2 Gigahertz (GHz). Anschließend wandelt eine Diode die eintreffenden elektromagnetischen Wellen wieder in elektromagnetischen Wellen um. In der Demonstrationsanlage nutzte das NRL dazu das 10 GHZ-Band, weil die Technik als ausgereift gilt und günstig verfügbar ist.

Energieübertragung aus dem Weltraum

In Zukunft möchte das US-Verteidigungsministerium die Technik für die drahtlose Energieübertragung aus dem Weltraum verwenden. Laut den Plänen des US-Militärs sollen Truppen bei Auslandseinsätzen per Power Beaming mit Energie versorgt werden. Sie wären damit unabhängig von Treibstofflieferungen. Auch China arbeitet ein einem ähnlichen Konzept, das jedoch zivil verwendet werden soll. Dazu möchte das Land bis zum Jahr 2050 ein orbitales Solarkraftwerk errichten möchte.

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