Panthalassa

Start-up möchte Ozean als Stromquelle für KI-Rechenzentren nutzen

 Robert Klatt

Rechenzentrum nutzt Ozean als Energiequelle )assalahtnaP(Foto: © 

KI‑Rechenzentren haben einen enormen Energiebedarf. Das Start-up Panthalassa entwickelt deshalb ein schwimmendes Rechenzentrum, das die Wellenenergie nutzen soll, um seinen eigenen Strom zu produzieren.

Portland (U.S.A.). In den kommenden Jahren nimmt der Energiebedarf unter anderem durch Rechenzentren für die Künstliche Intelligenz (KI) deutlich zu. Google, Meta, Amazon und Co. haben deshalb einen massiven Ausbau der Atomkraft gefordert, während SpaceX ein Rechenzentrum aus einer Million Satelliten errichten möchte, das die im Weltraum stetig verfügbare Solarenergie nutzen soll. Das Start-up Panthalassa hat eine weitere Technik entwickelt, um den hohen Energiebedarf der KI-Server decken zu können.

Es handelt sich dabei um eine schwimmende Stahlkugel mit einem Durchmesser von 50 Metern, die über ein 60 bis 85 Meter langes Rohr mit einem Rahmen am Meeresboden verbunden ist. Das knotenförmige System soll in welligen Bereichen installiert werden, um eine Relativbewegung zwischen dem Rechenzentrum und der Wassersäule zu erzeugen. Dadurch gelangt das Meerwasser durch das Rohr in ein Druckreservoir in der Kugel, wo es mit seinem hohen Druck Turbinen antreibt. Anschließend fließt das Wasser zurück. Das System besteht also aus einem Hydraulikkreislauf, der mithilfe der welleninduzierten Bewegungen kontinuierlich Strom produziert.

Wellenenergie für KI-Server

Der selbstproduzierte, CO₂‑neutrale Strom wird genutzt, um KI-Server innerhalb der Kugel zu versorgen. Diese kommunizierten über eine Satellitenverbindung mit dem Kunden. Laut Panthalassa liegt ein weiterer Vorteil der schwimmenden Rechenzentren in der Kühlung durch das Meerwasser.

„Rechenleistung auf dem Meer könnte einen enormen Kühlvorteil bieten, da die Umgebungstemperatur so niedrig ist.“

Wie Benjamin Lee von der University of Pennsylvania (UPenn) erklärt, könnte das System also sowohl das Energie- als auch das Kühlungsproblem von Rechenzentren an Land lösen. Es entsteht aber ein Datenübertragungsproblem, weil die geplante Satellitenanbindung vor allem bei großen Datenmengen an ihre Grenzen stoßen könnte.

Kommerzieller Betrieb ab 2027

Panthalassa plant, den kommerziellen Betrieb der schwimmenden Rechenzentren bereits 2027 aufzunehmen. In Zukunft sollen mehrere tausend Knoten in den Ozeanen installiert werden und dort für mehr als zehn Jahre wartungsfreilaufen. In einer kürzlich durchgeführten Serie-B-Finanzierungsrunde hat das Start-up 140 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die bisherigen Gesamtinvestitionen liegen bei 210 Millionen US-Dollar.

Quellen:

Internetseite des Start-ups Panthalassa 

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