Geringe Brandgefahr

Reparaturen bei Elektroautos teurer als bei Verbrennern

Robert Klatt

Die Kosten für Reparaturen bei Elektroautos sind in Deutschland deutlich höher als bei Verbrennern. Dies liegt vor allem an den Herstellervorgaben, die oft den kompletten Austausch teuer Komponenten vorsehen.

Allianz (München). Laut einer Studie des Allianz Zentrum für Technik (AZT), die auf dem 9. Allianz Autotag vorgestellt wurde, sind Reparaturen nach einem Unfall und bei sonstigen Schäden im Mittel bei Elektroautos teurer als bei Autos mit Verbrennungsmotor. Untersucht wurden im Rahmen der Studie Schäden von Fahrzeugen mit nennenswerter elektrischer Reichweite im Zeitraum 2018 bis 2020, die bei Kunden des Versicherungskonzerns aufgetreten waren.

Laut den Experten der Allianz unterscheiden sich Elektroautos und Verbrenner im Unfallgeschehen zwar nicht grundsätzlich voneinander, die Unfallreparatur bei einem Elektroauto ist aber dennoch im Mittel signifikant teurer. Dies liegt hauptsächlich an den Herstellervorgaben und Normen, denen die Werkstätten folgen müssen.

Neuer Akku nach Auslösung des Airbags

Diese schreiben bei einigen Modellen etwa vor, dass nach einer Airbag-Auslösung auch der Akku ausgetauscht werden muss oder, dass nach einem Marder-Biss in ein Hochvoltkabel der gesamte Kabelsatz erneuert werden muss, anstatt das beschädigte Kabel zu reparieren. Alternativ könnten die kostspieligen Kabel auch durch auswechselbare Schutzummantelungen vor Marder-Bissen bewahrt werden. Laut der Allianz setzen jedoch nur wenige Hersteller diese ein, obwohl die Reparaturkosten damit um bis zu 97 Prozent reduziert werden können.

Geringe Brandgefahr bei Elektroautos

Deutlich höher sind die Kosten bei Elektroautos aufgrund der komplexen Brandvorsorge auch bei der Bergung. Jährlich brennen in Deutschland etwa 15.000 Autos, davon sind etwa 150 Elektroautos. Die Brandgefahr ist demnach bei Elektroautos vergleichsweise gering. „In unserer Untersuchung sehen wir weiterhin keine höhere Brandwahrscheinlichkeit bei Elektrofahrzeugen im Vergleich zu konventionellen Benzinern oder Dieselfahrzeugen“, erklärt Carsten Reinkemeyer, Leiter Sicherheitsforschung im AZT.

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