Stickstoffdioxid (NO₂)

Elektroautos verbessern die lokale Luftqualität deutlich

 Robert Klatt

Elektroautos reduzieren die Belastung mit Stickstoffdioxid (NO₂) )moc.sotohptisopedotsak(Foto: © 

Elektroautos reduzieren nicht nur die CO₂-Emissionen, sondern auch den Ausstoß von Luftschadstoffen. Je mehr Elektroautos zugelassen werden, umso geringer ist die lokale Belastung mit Stickstoffdioxid (NO₂), das unter anderem Bronchitis und Asthma auslösen kann.

Los Angeles (U.S.A.). Elektroautos sollen langfristig dabei helfen, das CO₂ in der Atmosphäre, bei dem der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) ein Rekordanstieg gemessen wurde, zu reduzieren. Die lokal CO₂‑neutralen Fahrzeuge sollen zudem die lokale Luftqualität verbessern und damit die Gesundheit der Menschen schützen. Forscher der Keck School of Medicine der University of Southern California (USC) haben bereits 2023 Daten von bodennahen Messstationen analysiert, die darauf hindeuten, dass mehr Elektroautos tatsächlich die Luftqualität verbessern. Weil es nur wenige solcher Messstationen gibt, konnte die Wissenschaft bisher nicht eindeutig den Zusammenhang zwischen mehr Elektroautos und einer reduzierten Luftverschmutzung belegen.

Die Wissenschaftler der USC haben deshalb eine weitere Studie durchgeführt, die auf hochaufgelösten Satellitendaten basiert. Die Satellitendaten können Stickstoffdioxid (NO₂) in der Atmosphäre erkennen, indem sie messen, wie das Gas das Sonnenlicht absorbiert und reflektiert. NO₂ entsteht vor allem bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen wie Benzin und Diesel und kann unter anderem Bronchitis und Asthma auslösen.

„Diese unmittelbare Auswirkung auf die Luftverschmutzung ist wirklich wichtig, weil sie auch unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Wir wissen, dass verkehrsbedingte Luftverschmutzung die Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Gesundheit sowohl kurz- als auch langfristig beeinträchtigen kann.“

1.692 Nachbarschaften in Kalifornien

Um zu überprüfen, ob und wie Elektroautos die Luftqualität beeinflussen, haben die Forscher Kalifornien in 1.692 Regionen unterteilt. Die Nachbarschaften haben sie anschließend mit öffentlichen Daten der kalifornischen Zulassungsbehörde verknüpft, um zu ermitteln, wie viele batterieelektrische Autos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenfahrzeuge in ihnen zugelassen sind.

Danach haben die Wissenschaftler den jeweiligen Nachbarschaften Daten des Tropospheric Monitoring Instrument (TROPOMI), ein hochaufgelöster Satellitensensor, der kontinuierlich NO₂ erfasst, zugeordnet und die Durchschnittswerte der NO₂-Belastung für den Zeitraum von 2019 bis 2023 berechnet. In diesem Zeitraum hat die Zahl der Elektroautos in den Nachbarschaften im Mittel um 272 zugenommen.

NO₂-Belastung nimmt signifikant ab

Die analysierten Daten zeigen, dass die NO₂-Belastung durch die Elektroautos deutlich abnimmt. Sie sinkt je 200 neu zugelassenen Elektroautos um 1,1 Prozent, also in einer Größenordnung, die als messbare Verbesserung der Luftqualität gilt.

Diese unmittelbare Auswirkung auf die Luftverschmutzung ist wirklich wichtig, weil sie auch unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Wir wissen, dass verkehrsbedingte Luftverschmutzung die Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Gesundheit sowohl kurz- als auch langfristig beeinträchtigen kann.“

Laut den Forschern zeigt die Studie deutlich, dass die Elektromobilität die Luftqualität verbessert und dadurch die Gesundheit schützt. Sie sprechen sich deshalb dafür aus, die Elektromobilität weiter zu fördern.

„Wir sind noch längst nicht am Ziel der vollständigen Elektrifizierung, aber unsere Forschung zeigt, dass Kaliforniens Übergang zu Elektrofahrzeugen bereits messbare Unterschiede in der Luft macht, die wir atmen.“

In einer kommenden Studie untersuchen die Wissenschaftler, ob die asthmabedingten Notaufnahmebehandlungen und Krankenhausaufenthalte in ganz Kalifornien durch die Zahl der in den jeweiligen Regionen zugelassenen Elektroautos beeinflusst werden.

Quellen:

Pressemitteilung der Keck School of Medicine der University of Southern California (USC)

Studie im Fachmagazin The Lancet Planetary Health, doi: 10.1016/j.lanplh.2025.101379

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