Robert Klatt
Elektroautos haben bei extremer Kälte seltener technische Probleme als Verbrenner. Eine neue Studie zeigt nun, dass die elektrischen Fahrzeuge bei niedrigeren Temperaturen zudem geringere Kraftstoffkosten verursachen.
Fairbanks (U.S.A.). Kritiker von Elektroautos sind oft der Ansicht, dass diese in den kalten Wintermonaten öfter Probleme haben als Benzin- und Dieselautos. Daten von Viking, einem norwegischen Pannendienst, haben bereits 2024 gezeigt, dass Elektroautos mit der teilweise extremen Kälte in Norwegen deutlich besser zurechtkommen als Verbrenner. Nun haben Forscher der University of Alaska Fairbanks (UAF) eine Studie publiziert, laut der Elektroautos auch bei den sehr niedrigen Temperaturen in Alaska besser funktionieren als Dieselautos.
Die Studie hat untersucht, ob Elektroautos sich für isolierte Gemeinden in arktischen Regionen eignen und die dort etablierten Verbrenner ersetzen können. Um die Forschungsfrage zu beantworten, haben die Wissenschaftler 21 typische Anwendungsfälle von Autos identifiziert und verglichen, ob Elektroautos oder Diesel geringere Kraftstoffkosten und CO₂-Emissionen verursachen.
In 17 der 21 analysierten Szenarien sind die Kraftstoffkosten der Elektroautos, trotz der bei niedrigen Temperaturen noch immer vorhandenen Lade- und Reichweitenverluste, geringer als bei einem Diesel. Lediglich bei sehr kurzen Fahrten, bei denen Elektroautos relativ viel Energie für das Aufwärmen benötigen, schneiden Dieselautos besser ab. Es ist zudem entscheidend, ob Elektroautos in Alaska draußen oder in einer Garage geparkt werden. Elektroautos, die in einer wärmeren Garage stehen, erzeugen auch auf kurzen Strecken geringere Kraftstoffkosten als Dieselautos, weil das energieintensive Aufwärmen des Innenraums und der Batterie weitgehend entfällt.
In Gemeinden ohne erneuerbare Energiequellen ist der Betrieb von Dieselautos meistens günstiger, weil die Stromkosten dort signifikant höher sind. Dieser Nachteil wird durch den zunehmenden Ausbau der erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren aber immer mehr verschwinden. Elektroautos haben zudem gegenüber Dieselautos einen großen Kostenvorteil, wenn diese hohe Distanzen absolvieren, also etwa bei Taxis oder Lieferwagen.
Angesichts der Studienergebnisse sprechen sich die Forscher dafür aus, dass auch in den arktischen Gebieten mit extremer Kälte höhere Investitionen in die Infrastruktur für Elektroautos erfolgen sollten, darunter etwa Lademöglichkeiten und eine bessere Stromversorgung mit CO₂-neutralen Quellen.
Quellen:
Studie im Fachmagazin World Electric Vehicle Journal, doi: 10.3390/wevj16030128