Robert Klatt
Räumwärme hat einen Anteil von rund zwei Dritteln am Energiebedarf der privaten Haushalte. Neue Dämmelemente aus Edelstahlschichten mit einem Vakuum verbessern die Gebäudedämmung stark und können die Heizkosten senken.
Hamburg (Deutschland). Das Heizen von Gebäuden hat in Deutschland einen Anteil von über einem Viertel am gesamten Endenergieverbrauch (27 %). Wenn man nur den Energiebedarf der privaten Haushalte betrachtet, hat die Raumwärme noch einen deutlich größeren Anteil (66 %). Die Wissenschaft und Unternehmen arbeiten deshalb an neuen Dämmmaterialien, die die bisher eingesetzten, rund 40 Zentimeter dicken Hartschaumplatten, ersetzen sollen. Eine der Innovationen ist das Aerogel des Start-ups Aeroskin Tech, das wie ein Spritzputz aufgetragen werden kann und herkömmliche Dämmplatten deutlich übertrifft.
Das Start-up V21 hat nun neue Elemente zur Wärmeisolierung vorgestellt, die die Dämmleistung der üblichen Fassadendämmung deutlich übertreffen. Die neuen Dämmelemente bestehen aus zwei getrennten Edelstahlschichten, zwischen denen sich ein nahezu vollständiges Vakuum befindet. Das Funktionsprinzip ähnelt also einer Thermoskanne, die die Wärmeübertragung minimiert. Damit die Kontaktfläche zwischen der Innen- und Außenschicht in den Dämmelementen möglichst gering ist und trotzdem die erforderliche Stabilität erreicht wird, hat V21 gewellte Stahlschichten verwendet, die keine Stützkonstruktion im Inneren der Dämmelemente benötigen.
Das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) hat die Dämmleistung der Bauelemente inzwischen unabhängig überprüft und die Angaben des Start-ups bestätigt. In den Experimenten hat eine Containerwand, die mit fünf Zentimeter dicken Edelstahldämmelementen isoliert wurde, einen U-Wert von 5 erreicht. Dies entspricht etwa einer Ziegelwand mit 20 Zentimeter dicken, herkömmlichen Dämmmaterial.
Wie das Start-up V21 erklärt, sind durch die dünne Bauweise neben der Dämmung von Häusern noch weitere Einsatzmöglichkeiten denkbar, etwa das Dämmen von Wohncontainern oder Elektroautobatterien. Die Dämmelemente haben zudem eine lange Haltbarkeit, lassen sich gut recyceln und sind nicht brennbar, weil kein Kunststoff verbaut wurde. Das Start-up V21 möchte die Produktion in den kommenden anderthalb Jahren starten. Wie teuer die Dämmelemente werden sollen, ist noch nicht bekannt.
Quellen:
Webseite des Start-ups V21