Michelin Uptis

Autoreifen ohne Luft kurz vor Serienproduktion

Robert Klatt

Beim Michelin Uptis wurde die federnde Luft durch Lamellen aus einem elastischen Glasfasermaterial ersetzt. Ein platter Reifen ist so nicht mehr möglich.

Clermont-Ferrand (Frankreich). Der französische Reifenhersteller Michelin hat im Rahmen der IAA Mobility erstmals einen luftlosen Autoreifen im öffentlichen Straßenverkehr präsentiert. Beim Michelin Uptis wird die Luft durch Lamellen aus einem elastischen Glasfasermaterial ersetzt, die das Gewicht des Autos beim Fahren abfedern. Die Lauffläche mit dem Profil ist nahezu identisch mit einem normalen Sommerreifen. Wird diese beschädigt, entweicht jedoch keine Luft und das Auto kann weiterfahren. Ein Plattfuß ist mit dem Michelin Uptis also nicht mehr möglich.

„Jedes Jahr werden weltweit 200 Millionen beschädigte Reifen weggeworfen. Pannensichere Modelle würde also enorme Ressourcen sparen“, erklärt Anish K. Taneja, CEO der Region Nordeuropa. Michelin sieht in der neuen Reifenbauart also vor allem einen Schritt zu umweltschonender Mobilität.

Serienreife besteht bevor

„Es ist nicht die Frage, ob der luftlose Reifen kommt, sondern wer ihn zuerst auf den Markt bringt“, so Taneja. Bisher gab es ähnliche Konzepte zwar bereits bei anderen Herstellern, diese brauchten aber nie ein Serienprodukt auf den Markt. Der Michelin Uptis soll hingegen spätestens 2024 verkauft werden.

Laut Taneja soll der Michelin Uptis nur geringfügig teurer werden als normale luftgefüllte Reifen. Zu welchem Preis der Reifen angeboten wird, ist aber noch nicht klar. Als mögliche Kunden für die Einführung nennt der Reifenhersteller vor allem Flottenbetreiber, die dadurch ihre Wartungskosten reduzieren können.

Fahrgefühl wie bei einem luftgefüllten Reifen

Laut Besuchern der IAA Mobility, die den Reifen an einem Mini Cooper SE auf der sogenannten Blue Lane erleben konnten, unterscheidet sich das Fahrgefühl nahezu nicht von einem luftgefüllten Reifen.

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