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Rechenzentren

5G-Mobilfunknetz in Deutschland hat Strombedarf von drei Großstädten

Der neue 5G-Mobilfunkstandard sorgt allein Deutschland bis 2025 für einen zusätzlichen Strombedarf von 3,8 Terawattstunden (TWh), der hauptsächlich auf Rechenzentren entfällt.

Aachen (Deutschland). Der neue 5G-Mobilfunkstandard soll für bis zu hundertmal höhere Datenübertragungsraten sorgen. Nachdem die Versteigerungen der Mobilfunkfrequenzen in Deutschland durch die Bundesregierung im Juni 2019 abgeschlossen wurde, was dem Staat 6,55 Milliarden Euro Einnahmen einbrachte, beginnt nun der Ausbau der ersten Standorte. Neben Kritikern, die in der Strahlung der neuen Antennen eine Gesundheitsgefahr sehen, hat auch die Astronomie die Nutzung der 23,8 GHz Frequenz kritisiert, weil dadurch Radioteleskope gestört werden könnten.

Eine Studie der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen), die im Auftrag des Energieversorgers E.ON (PDF) erstellt wurde, hat nun ein weiteres Problem des neuen Mobilfunkstandards aufgedeckt. Allein in Deutschland steigt demnach durch den Ausbau des Mobilfunknetzes und die neuen Nutzungsmöglichkeiten der Strombedarf um bis zu 3,8 Terawattstunden (TWh). Dies entspricht etwa dem jährlichen Strombedarf von Dortmund, Köln und Düsseldorf zusammen, also etwa dem Verbrauch von 2,5 Millionen Menschen.

Rechenzentren als Hauptverbraucher

Laut Zhengmao Li, Vizepräsident bei China Mobil benötigt das „5G-Netzwerk in China dreimal so viele Basisstationen wie bei 4G, die einen mindestens dreimal höheren Energiebedarf haben.“ Auch wenn in Deutschland ebenfalls zahlreiche neue Basisstation für den 5G-Ausbau nötig sind, kam die E.ON Studie zu dem Ergebnis, dass der größte Teil des neu geschaffenen Energiebedarfs auf Campusnetze, dies lokale 5G-Netze beispielsweise in Unternehmen und neue Rechenzentren für Mobile Edge Computing und andere 5G-Nutzungsszenarien entfallen wird. Karsten Wildberger, Vorstandsmitglied bei E.ON erklärt, dass „bis 2030 13 Prozent des Stroms von Rechenzentren benötigt wird.“

Das Serverfarmen zu den größten Stromverbrauchern des Planeten gehören zeigte auch eine Studie der Universität München, laut der allein die Digitalwährung Bitcoin soviel Strom verbraucht wie Jordanien oder Sri Lanka. In Deutschland werden derzeit laut E.ON etwa zwei Millionen Server betrieben, die pro Jahr rund 13 Milliarden Kilowattstunden Strom in Wärme umwandeln. In nur 19 Prozent der Rechenzentren wird diese Abwärme der Kühlungssysteme genutzt, um zum Beispiel Wasser aufzuheizen oder Gebäude mit Fernwärme zu versorgen. E.ON hat angekündigt in Zukunft daran zu arbeiten diese Wärmeenergie sinnvoller zu nutzen, um beispielsweise benachbarte Wohngebiete damit zu versorgen.

Neues Umspannwerk in Frankfurt am Main

Um sich auf die kommende Belastung der Stromnetze vorzubereiten, hat Syna, ein Unternehmen des E.ON-Konzerns, bereits vor einigen Monaten in Frankfurt am Main, dem größten Standort für Rechenzentren in Deutschland, ein neues Umspannwerk errichtet, dessen Leistung etwa 160.000 Haushalte versorgen könnten. Außerdem hat Wildberger erklärt, dass eine Versorgung der neuen Rechenzentren „umweltfreundlich und zugleich wirtschaftlich realisiert werden kann.“ Dazu sollen vor allem dezentrale Erzeugungsanlagen errichtet werden, die Brennstoffzellen und Blockheizkraftwerke mit Windkraft und Solaranlagen kombinieren.

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