Tokamak Energy

Kernfusion - 100 Millionen Grad heißes Plasma erzeugt

Robert Klatt

Das Unternehmen Tokamak Energy hat in seinem Fusionsreaktor eine Plasmatemperatur von 100 Millionen Grad Celsius erreicht. Dies ist ein wichtiger Schritt für die kommerzielle Nutzung der Kernfusion.

Abingdon (England). Das britische Unternehmen Tokamak Energy hat einen weiteren Fortschritt in der Kernfusion erreicht. Laut einer Meldung des Unternehmens erreicht das Plasma im Fusionsreaktor kürzlich 100 Millionen Grad Celsius, eine Temperatur, die für die kommerzielle Nutzung der Fusionsenergie nötig ist. Der Wert mit unter Verwendung aktueller Messverfahren und mit mehr als 25 Diagnoseinstrumenten von einem unabhängigen Wissenschaftler verifiziert.

„Wir sind stolz auf diesen Durchbruch, der uns einen Schritt näher an die Versorgung der Welt mit einer neuen, sicheren und kohlenstofffreien Energiequelle bringt“, erklärt Chris Kelsall, Chef von Tokamak Energy. Das Unternehmen möchte die Ergebnisse zeitnah der Forschung zur Verfügung stellen.

Kompakter und günstiger Fusionsreaktor

Erreicht wurde diese Plasmatemperatur mit einem ungewöhnlichen Reaktor, der sphärisch (kugelförmig) ist. Im Vergleich zu anderen Reaktoren des Typs, die normalerweise die Form eines Torus (ähnlich wie ein Donut) haben, ist er deshalb kompakter.

Außerdem ist der Reaktor des erst fünf Jahre alten Unternehmens Tokamak Energy, einer Ausgründung des nationalen britischen Fusionslabors Culham Centre for Fusion Energy (CCFE), mit 60 Millionen Euro sehr günstig. Beim Versuchsreaktor Iter in Südfrankreich rechnen die beteiligten Staaten mit Gesamtkosten von 20 Milliarden US-Dollar.

Magneten aus Hochtemperatur-Supraleitern (HTS)

Nun möchte Tokamak Energy seinen Reaktor mit Magneten aus Hochtemperatur-Supraleitern (HTS) ausstatten. „Unser nächstes Gerät wird diese beiden weltweit führenden Technologien zum ersten Mal kombinieren und ist von zentraler Bedeutung für unsere Mission, kostengünstige Energie mit kompakten Fusionsmodulen zu liefern. In Kombination mit HTS-Magneten stellen sphärische Tokamaks den optimalen Weg zu einer sauberen und kostengünstigen kommerziellen Fusionsenergie dar“, erklärt Kelsall.

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