Gas, Öl & Kohle

Wird das Heizen in Deutschland durch den neuen CO₂-Preis teurer?

 Robert Klatt

Höhere Heizkosten durch CO₂-Preis der Europäischen Union (EU)? )moc.sotohptisopedkconohcleb(Foto: © 

In der Europäischen Union (EU) gilt ab 2028 ein einheitlicher CO₂-Preis für den Gebäudebereich. Nun wurde analysiert, wie sich dadurch die Heizkosten in den Mitgliedsstaaten ändern.

Gütersloh (Deutschland). In der Europäischen Union (EU) gilt ab 2028 ein einheitlicher CO₂-Preis für den Gebäude- und Verkehrssektor, damit es für private Haushalte und Unternehmen einen ökonomischen Anreiz zur Reduzierung der Emissionen gibt. Forscher der Bertelsmann Stiftung haben nun berechnet, wie sich dieser CO₂-Preis auf die Heizkosten der 103 Millionen Haushalte in den Mitgliedsstaaten auswirken wird. Die Berechnung basiert auf einem Preis von 60 Euro pro Tonne emittierten CO₂. Weil der CO₂-Preis in Auktionen ermittelt wird, ist es denkbar, dass der reale CO₂-Preis 2028 davon abweicht.

Laut den Berechnungen wären die Heizkosten in den west- und nordeuropäischen Mitgliedsstaaten im Mittel nur um 17 Euro pro Jahr und Haushalt höher als 2025. In manchen Staaten, darunter auch Deutschland, wo der CO₂-Preis aktuell bei 55 bis 65 Euro pro Tonne liegt, könnte das Heizen 2028 durch den einheitlichen CO₂-Preis sogar etwas günstiger werden.

„In Portugal, Irland, Dänemark und Schweden könnte das Heizen sogar billiger werden, weil der CO2-Preis dort schon jetzt oberhalb von 60 Euro liegt.“

Deutlich höhere Heizkosten in Osteuropa

In den osteuropäischen Mitgliedsstaaten, etwa in Polen, Ungarn und der Slowakei, wo noch immer viel Gas, Öl oder Kohle zum Heizen genutzt wird und bisher kein CO₂-Preis im Gebäudebereich besteht, hat der einheitliche CO₂-Preis der EU einen deutlich größeren Effekt. Laut der Bertelsmann Stiftung steigen die Heizkosten bei einem CO₂-Preis von 60 Euro pro Tonne in diesen Ländern um 100 bis 400 Euro pro Jahr und Haushalt.

Die EU möchte mit einem Klima-Sozialfonds dafür sorgen, dass Privathaushalte und kleine Unternehmen nicht durch den neuen CO₂-Preis überlastet werden. Die Einnahmen durch den neuen CO₂-Preis werden also teilweise an besonders Bedürftige wieder ausgeschüttet.

„Mit den Einnahmen aus dem CO2-Preis ist genug Geld vorhanden, um diese Unterstützung zu leisten, wenn die Mitgliedstaaten das Geld treffsicher ausgeben. Die Europäische Kommission (EK) muss sehr genau darauf achten, dass stark betroffene Haushalte tatsächlich unterstützt werden.“

Zudem sprechen sich die Wissenschaftler der Bertelsmann Stiftung dafür aus, dass die EU klimafreundliche Heizungen stärker fördern sollte, weil die hohen Investitionen ansonsten viele Haushalte überfordern.

„Entscheidend für die Verbindung von Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit ist, dass Fördermittel und Entlastungen dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.“

Quellen:

Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung

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