Expertenbefragung

Windenergie wird in den kommenden Jahren deutlich günstiger

Robert Klatt

Die Kosten für Windenergie werden in den kommenden Jahren stark fallen. Bis 2050 ist laut Experten eine Halbierung möglich.

Berkeley (U.S.A.). Laut einer Studie des Lawrence Berkeley National Laboratory (Berkeley Lab) werden die Kosten für Strom aus Windkraft in den kommenden Jahren signifikant sinken. Befragt wurden für die im Fachmagazin Nature Energy veröffentlichte Studie 140 Branchenexperten. Auf Basis der Kosten des Jahres 2019 prognostizieren die Umfrageteilnehmer einen Rückgang der Kosten für Windstrom um 17 bis 35 Prozent bis 2035 und 37 bis 49 Prozent bis 2050.

Als Grund für die sinkenden Stromgestehungskosten, die neben der Kosten der Errichtung der Kraftwerke auch deren Betrieb beinhalten, sehen die Umfrageteilnehmer vor allem verbesserte Windräder. Höhere Türme, größere Rotoren und leistungsfähigere Generatoren erhöhen die Ausbeute je Windkraftwerk. Derzeit liegt deren Leistung im Mittel bei 2,5 Megawatt, 2035 sollen es bereits 5,5 Megawatt sein. Hinzukommen Offshore-Windturbinen, deren Leistung 2035 im Mittel bei 17 Megawatt liegen soll. Derzeit kommen Offshore-Windkraftwerke im Mittel lediglich auf eine Leistung von 6 Megawatt.

Offshore-Anlagen werden wichtiger

Im Rahmen der Studie werden Offshore-Windkraftwerke und Anlagen an Land getrennt betrachtet. Die Wissenschaftler kommen dabei zu dem Schluss, dass in den kommenden Jahren schwimmende Windparks an Bedeutung gewinnen werden. Bis 2035 sollen schwimmende Windparks wie das kürzlich in der Ostsee erprobte Windrad Nezzy2 einen Anteil von 25 Prozent unter den Offshore-Anlagen einnehmen.

Neben den technischen Fortschritten sollen überdies sowohl bei Anlagen auf dem Land als auch im Meer längere Betriebsdauern, sinkende Betriebskosten und sinkende Kosten für die Finanzierung die Stromgestehungskosten reduzieren.

Eine ähnliche Studie führten die Autoren bereits 2015 durch. Auch dabei kamen die befragten Experten zu dem Ergebnis, dass die Kosten der Windenergie signifikant sinken werden. Die damals prognostizierten Einsparungen werden in den Folgejahren stark übertroffen. Wenn dies auch bei der aktuellen Studie der Fall ist, könnte Windenergie aufgrund der geringen Stromgestehungskosten in den kommenden Jahren einen deutlich höheren Anteil in der globalen Stromproduktion einnehmen.

Nature Energy, doi: 10.1038/s41560-021-00810-z

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