Mehr Millionäre

Vermögende wurden während Covid-19-Pandemie reicher

Robert Klatt

Auf den Punkt gebracht
  • Im letzten Jahr haben Vermögende stark von der Konjunkturerholung und den gestiegenen Aktienkursen profitiert
  • In Deutschland stieg die Anzahl der Dollar-Millionäre um fast 100.000 Personen auf insgesamt 1,63 Millionen Dollar-Millionäre
  • Noch mehr Dollar-Millionäre leben nur in den U.S.A. (7,46 Millionen) und in Japan (3,65 Millionen). China liegt auf dem vierten Platz (1,54 Millionen)

Vermögende haben im letzten Jahr durch die Konjunkturerholung und die gestiegenen Aktienkurse profitiert. Deutschland gehört zu den drei Ländern mit den meisten Reichen.

Paris (Frankreich). Laut einer Studie des Unternehmens Capgemini haben Vermögende weltweit im letzten Jahr durch die Konjunkturerholung und die gestiegenen Aktienkurse profitiert. Sie konnten laut Berechnungen des Beratungsunternehmens ihre Vermögen im Vergleich zum Jahr 2022 um acht Prozent auf 86 Billionen US-Dollar (82 Billionen Euro) steigern. Auch in Deutschland, das zu den drei Ländern mit den meisten Reichen gehört, ist die Anzahl der Dollar-Millionäre deutlich gestiegen.

„Unsere Prognose für 2022 ist allerdings deutlich verhaltener“, erklärt Capgemini-Experte Klaus-Georg Meyer im Hinblick auf die kommende Gesamtentwicklung. Besonders die Zinserhöhungen der Notenbanken angesichts der hohen Inflation drücken die Börsenkurse. Dieser Trend sorgt laut der Studie dafür, dass global seit Ende 2021 bis April 2022 die Anzahl der Menschen mit einem anlagefähigen Vermögen von mindestens einer Million Dollar um etwa vier Prozent gesunken ist.

1,63 Millionen Dollar-Millionäre in Deutschland

Laut den Berechnungen von Capgemini gab es im letzten Jahr global 22,5 Millionen Dollar-Millionäre. In Deutschland haben konnte 2021 fast 100.000 Personen in die Liga der Dollar-Millionäre aufsteigen. Es gibt nun in Deutschland insgesamt 1,63 Millionen Dollar-Millionäre. „Es geht stetig bergauf, wenn wir die letzten Jahre Revue passieren lassen“, erklärt Meyer.

Die Dollar-Millionäre in Deutschland konnten 2021 ihr Vermögen um 7,4 Prozent auf insgesamt 6,3 Billionen Dollar (6 Billionen Euro) steigern. Neben den höheren Aktienkursen sind dafür auch der Immobilienboom und die höhere Sparquote verantwortlich.

Berechnungen der Bundesbank kamen zu dem Ergebnis, dass das in Deutschland das Geldvermögen der privaten Haushalte Ende 2021 bei rund 7,61 Billionen Euro lag. Dabei wurden Bargeld und Bankeinlagen sowie Wertpapiere und Ansprüche gegenüber Versicherungen berücksichtigt, Immobilien jedoch nicht.

Deutschland bei Dollar-Millionären in den Top 3.

Laut Capgemini gehört Deutschland damit zu den Ländern mit den meisten Dollar-Millionären. Auf dem ersten Platz stehen die U.S.A (7,46 Millionen Dollar-Millionären), gefolgt von Japan (3,65 Millionen Dollar-Millionären) und Deutschland (1,63 Millionen Dollar-Millionären). China liegt auf dem vierten Platz (1,54 Millionen Dollar-Millionären). Ein Großteil der Dollar-Millionäre (63,6 %) lebt in diesen vier Ländern.

„Die Bundesregierung muss endlich gegensteuern und eine gerechte Steuerpolitik einleiten, damit Reiche und Superreiche endlich mehr zum Gemeinwesen beitragen“, fordert Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) angesichts der Ungleichheit. Damit der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft nicht gefährdet wird, „müssen starke Schultern ganz klar mehr tragen“. Laut Körzell ist daher eine grundlegende Überarbeitung der Erbschaftsteuer und die Wiedereinführung der Vermögensteuer unerlässlich.

Höchstes Wachstum bei Superreichen

Am stärksten sind die Vermögen im Jahr 2021 laut Capgemini bei Superreichen mit einem anlagefähigen Vermögen von mindestens 30 Millionen Dollar gestiegen. Ihr Gesamtvermögen nahm um 8,1 Prozent zu. Die Zahl der Superreichen stieg 2021 um 9,6 Prozent auf 220.000 Personen weltweit.

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