Geburtenrate

Die Weltbevölkerung wächst langsamer

Robert Klatt

Die Geburtenrate ist seit 1990 von 3,2 Kindern pro Frau auf 2,3 Kinder pro Frau gesunken. Besonders in Entwicklungsländern sorgt ein Mangel an modernen Verhütungsmitteln aber noch immer für viele Teenagerschwangerschaften.

Hannover (Deutschland). Laut einer Studie der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) hat das Wachstum der Weltbevölkerung in den letzten 30 Jahren um etwa ein Drittel abgenommen. Verantwortlich für diese Entwicklung ist die gesunkene Geburtenrate. Heute liegt diese bei 2,3 Kindern pro Frau, 1990 waren es noch 3,2 Kinder pro Frau. Die Weltbevölkerung liegt derzeit laut den Daten der DSW bei 7,9 Milliarden Menschen.

Es gibt zwischen den einzelnen Ländern aber starke Unterschiede. In aktuell höchste Geburtenrate haben die afrikanischen Staaten südlich der Sahara mit 4,7 Kindern pro Frau. Neben der wirtschaftlichen Situation, die dazu führt, dass Kinder auch als Altersvorsorge gesehen werden, ist laut Experten dafür ein Mangel an modernen Verhütungsmitteln, der zu vielen Teenagerschwangerschaften führt, verantwortlich. In Ländern mit hohen Einkommen wie Deutschland liegt die Geburtenrate hingegen im Mittel bei 1,8.

Kampf gegen ungewollte Teenagerschwangerschaften

Die DSW fordert in ihrer Publikation deshalb einen verstärkten Kampf gegen ungewollte Teenagerschwangerschaften. „Wegen früher Schwangerschaften geraten Tausende Mädchen jedes Jahr in eine Armutsspirale“, so Geschäftsführer Jan Kreutzberg.

In Deutschland haben Teenagerschwangerschaften nur einen Anteil von etwa einem Prozent aller Geburten. In den afrikanischen Ländern südlich der Sahara sind Teenagerschwangerschaften hingegen für 16 Prozent aller Geburten verantwortlich. Rund die Hälfte dieser Teenagerschwangerschaften geht darauf zurück, dass den Frauen keine Verhütungsmittel zur Verfügung stehen. Laut Verhütungsmittel wird den Jugendlichen somit das Selbstbestimmungsrecht darüber, ob sie ein Kind bekommen wollen, verwehrt.

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