Die deutsche Autoindustrie verkauft weniger Neuwagen ins Ausland. Von Januar bis Juli 2026 verließen rund 2,0 Millionen neue Pkw das Land, 4,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, während der Exportwert mit einem Minus von 8,9 Prozent mehr als doppelt so stark zurückging. Zugleich kommen deutlich mehr Neuwagen aus dem Ausland nach Deutschland. Ein Lieferland ist dabei an allen anderen vorbeigezogen.
Autos gehören seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Exportgütern Deutschlands, und kaum eine Kennzahl wird in der Industrie so genau verfolgt wie die Zahl der Neuwagen, die jeden Monat über die Grenze gehen. Das Statistische Bundesamt erfasst diese Ausfuhren in seiner Außenhandelsstatistik und hat am 21. September 2026 die Detailergebnisse für die ersten sieben Monate des Jahres vorgelegt. Demnach wurden von Januar bis Juli rund 2,0 Millionen neue Pkw im Wert von 73,5 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sanken die Pkw-Exporte mengenmäßig um 4,0 Prozent und wertmäßig um 8,9 Prozent. Die Statistik unterscheidet dabei nicht nur nach Zielländern, sondern auch nach Antriebsarten, und gerade diese Aufschlüsselung zeigt, wie stark sich der Autohandel derzeit verschiebt. Sie macht sichtbar, welche Märkte deutsche Neuwagen noch aufnehmen, welche Antriebe gefragt sind und woher die Fahrzeuge stammen, die inzwischen auf deutschen Straßen neu zugelassen werden.
Dass der Wert deutlich stärker zurückgeht als die Stückzahl, hat eine einfache rechnerische Folge: Jedes exportierte Fahrzeug brachte im Durchschnitt weniger Geld ein als ein Jahr zuvor. Welche Modelle, Preisklassen oder Rabatte dahinterstehen, weist die amtliche Mitteilung nicht aus, sie liefert aber die Rahmendaten für diese Entwicklung. Parallel dazu wächst der umgekehrte Warenstrom. Nach Deutschland wurden in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 rund 1,3 Millionen neue Pkw im Wert von 34,9 Milliarden Euro eingeführt, ein Plus von 16,0 Prozent. Noch immer verlassen damit deutlich mehr Neuwagen das Land, als hereinkommen, doch der Abstand schrumpft. Für eine Branche, deren Stärke lange auf dem Export beruhte, sind das Signale, die über eine gewöhnliche Schwankung von Monat zu Monat hinausgehen. Die Daten zeigen zudem, dass sich innerhalb der Exporte und Importe die Gewichte zwischen Verbrennungsmotor, Hybrid und reinem Elektroantrieb erheblich verschieben.
Nach den Angaben des Statistischen Bundesamts summierten sich die Ausfuhren neuer Pkw von Januar bis Juli 2026 auf rund 2,0 Millionen Fahrzeuge. Das Minus von 4,0 Prozent bei der Menge wirkt auf den ersten Blick moderat, doch der Rückgang beim Wert um 8,9 Prozent fällt deutlich schwerer ins Gewicht, weil er unmittelbar die Umsätze der Hersteller und ihrer Zulieferer berührt. Die vollständige Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts zu den Pkw-Exporten schlüsselt die Zahlen nach Zielländern und Antriebsarten auf und stellt ihnen die Importe gegenüber. Wichtig für die Einordnung ist, dass es sich um Werte für sieben Monate handelt, in denen sich die Handelsbedingungen mehrfach verändert haben. Ein einzelner Durchschnittswert bildet deshalb nicht jeden Monat gleich gut ab. Die Richtung ist dennoch eindeutig: Deutschland exportiert weniger Neuwagen, und die ausgeführten Fahrzeuge bringen im Schnitt weniger ein als im Vorjahr.
Die drei wichtigsten Zielländer nahmen zusammen 32,7 Prozent aller exportierten Neuwagen ab. An der Spitze steht das Vereinigte Königreich mit rund 258.000 Fahrzeugen, was 13,0 Prozent der Ausfuhren entspricht. Dahinter folgen die USA mit 245.000 Pkw oder 12,3 Prozent und Italien mit 147.000 Pkw oder 7,4 Prozent. Die Verteilung zeigt, wie breit der Export gestreut ist: Selbst der größte Einzelmarkt nimmt nur gut jedes achte Fahrzeug ab, während der übrige Anteil von mehr als zwei Dritteln auf zahlreiche weitere Länder entfällt. Das macht die Branche weniger abhängig von einem einzelnen Abnehmer, bedeutet aber auch, dass sich Veränderungen in vielen Märkten gleichzeitig bemerkbar machen können. Besonders aufschlussreich ist der Blick auf die USA, weil sich dort Menge und Wert sehr unterschiedlich entwickelt haben und weil sich die Zusammensetzung nach Antriebsarten innerhalb eines Jahres grundlegend verändert hat.
Nach Antriebsarten betrachtet machten Neuwagen mit Verbrennungsmotor in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 den mengenmäßig größten Anteil aus. 52,7 Prozent aller exportierten Neuwagen hatten diese Antriebsart. Reine Elektroautos kamen auf einen Exportanteil von 28,1 Prozent, der Rest entfiel auf Hybridfahrzeuge. Mehr als jeder vierte Neuwagen, der Deutschland verlässt, fährt damit bereits rein elektrisch. Die Verschiebung hin zu elektrischen Antrieben ist Teil eines größeren Umbaus der Energieversorgung, bei dem nach einer IRENA-Bilanz erneuerbare Energien weltweit 480 Milliarden Dollar an fossilen Brennstoffkosten erspart haben. Für die Autoindustrie bedeutet dieser Wandel, dass sich Produktion, Lieferketten und Absatzmärkte gleichzeitig verändern. Wie unterschiedlich die Märkte darauf reagieren, zeigt der Vergleich einzelner Zielländer, denn nicht überall wächst die Nachfrage nach elektrischen Neuwagen im gleichen Tempo.
In die USA gingen von Januar bis Juli 2026 rund 245.000 Neuwagen im Wert von 9,6 Milliarden Euro. Das waren mengenmäßig 2,6 Prozent und wertmäßig 17,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Den mit Abstand größten Anteil stellten Pkw mit Verbrennungsmotor mit 198.000 Fahrzeugen oder 80,8 Prozent. Elektroautos kamen auf 10,0 Prozent oder 25.000 Fahrzeuge, Hybridfahrzeuge auf 9,2 Prozent oder 23.000 Fahrzeuge. Innerhalb eines Jahres hat sich das Bild damit stark verschoben. Die Exporte von Verbrennern in die USA stiegen um 31,7 Prozent, während die Ausfuhr von Hybridfahrzeugen um 50,3 Prozent und die von Elektroautos um 56,1 Prozent einbrach. Die amtliche Statistik nennt keine Ursachen für diese Entwicklung. Sie zeigt aber, dass der amerikanische Markt für deutsche Hersteller derzeit vor allem ein Markt für Verbrennungsmotoren ist, während der Anteil elektrischer Antriebe dort deutlich unter dem Durchschnitt aller Exporte liegt.
Die auffälligste Verschiebung zeigt sich bei den Importen. Die meisten nach Deutschland eingeführten Neuwagen stammten in den ersten sieben Monaten 2026 aus China, mit einem Anteil von 13,8 Prozent oder 175.000 Fahrzeugen. Die Einfuhren aus China wuchsen um 120,9 Prozent, womit das Land von Rang 4 im Vorjahreszeitraum auf Rang 1 der Lieferländer kletterte. Knapp dahinter folgen Tschechien mit 13,7 Prozent oder 173.000 Pkw, ein Plus von 22,9 Prozent, und Spanien mit 12,4 Prozent oder 157.000 Pkw, leicht rückläufig um 0,4 Prozent. Aus den USA kamen rund 59.000 Neuwagen, 5,1 Prozent weniger als im Vorjahr, was nur noch Rang 6 bedeutet. Auch nach Antriebsarten verändert sich der Import: Neuwagen mit Verbrennungsmotor wurden 9,0 Prozent weniger eingeführt, Hybridfahrzeuge dagegen 36,0 Prozent und reine Elektroautos sogar 66,3 Prozent mehr. Der deutsche Markt nimmt damit zunehmend elektrische Fahrzeuge aus dem Ausland auf.
Welche Folgen der Rückgang der Exporte für Arbeitsplätze hat, geht aus der Außenhandelsstatistik nicht hervor. Eine andere amtliche Statistik beschreibt aber, wie sich die Beschäftigung in der Branche entwickelt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom August 2026 arbeiteten zum Ende des ersten Halbjahres 2026 rund 691.500 Menschen in der deutschen Autoindustrie. Das waren 42.300 oder 5,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und der niedrigste Stand seit 2005. Beide Datenreihen zeigen in dieselbe Richtung: weniger Ausfuhren, sinkende Exportwerte, steigende Importe und schrumpfende Belegschaften. Ob es sich um eine vorübergehende Schwäche oder um einen dauerhaften Strukturwandel handelt, lässt sich aus sieben Monaten allein nicht ablesen. Die weiteren Monatsdaten der Außenhandelsstatistik werden zeigen, ob sich der Rückgang bei den Neuwagen fortsetzt und ob chinesische Hersteller ihre neue Spitzenposition unter den Lieferländern im Gesamtjahr behaupten.