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14,4 Milliarden Euro Umsatz

Camping-Tourismus in Deutschland mit großem Wachstum

Urlaub in Deutschland wird immer beliebter. Davon profitiert vor allem die Camping-Branche, die ihren Umsatz innerhalb von zwei Jahren um 11,5 Prozent steigern konnte.

München (Deutschland). Laut einer Veröffentlichung des Statistik-Portals Statista, das Daten von Markt- und Meinungsforschungsinstitutionen aggregiert, verbringen immer mehr deutsche Touristen ihren Urlaub im Heimatland. Während zuvor vor allem Ziele am Mittelmeer wie die Balearen oder die türkische Riviera auf den ersten Plätzen der Reiseziele lagen, hat sich im Jahr 2019 die heimische Nord- und Ostsee auf dem ersten Platz festgesetzt. Verantwortlich für den Wandel der Urlaubsziele ist neben sinkenden Einkommen laut der Erhebung auch der Klimawandel, der zumindest bei einem Teil der Touristen dafür sorgt, dass Flugreisen, die hohe CO2-Emissionen verursachen, bewusst vermieden werden.

Als Gewinner dieses Wandels geht vor allem der Camping-Tourismus in Deutschland hervor, der laut einer Studie, die das Marktforschungsinstitut dwif-Consulting (PDF Link) im Auftrag des Caravaning Industrie Verband e. V. (CIVD) erstellt hat, im Jahr 2018 im Vergleich zum Studienzeitraum 2016 (PDF Link) ein Wachstum von 11,5 Prozent verzeichnen konnte. Insgesamt konnte die Camping- und Caravaning-Branche somit 2018 in Deutschland einen Umsatz von 14,4 Milliarden Euro erzielen.

1,2 Millionen Wohnmobile in Deutschland

Im Durchschnitt gibt die Gruppe der Camping-Touristen, zu denen die Studienautoren alle Urlauber zählen, die als Reiseunterkunft ein Zelt, einen Caravan oder ein Reisemobil nutzen, pro Urlaubstag 50 Euro aus. Insgesamt ergibt dies bei 140 Millionen Aufenthaltstagen im Jahr 2018 einen Umsatz von 5,3 Milliarden Euro, wenn man Ausgaben die Besucher und Freunde in den Zielgebieten tätigen einrechnet. Im Jahr 2016 kam die Camping-Branche auf nur 137,3 Millionen Aufenthaltstage.

Mit 50,5 Millionen Aufenthaltstagen entfiel der größte Anteil im vergangenen Jahr auf klassischen Campingplätze. 15,5 Millionen Aufenthaltstage gab es auf Reisemobilstellplätzen. Außerdem wurden mit Reisemobilen noch 16,5 Millionen Tagesreisen unternommen. Dauercamper, die ihren Hauptwohnsitz auf einem Campingplatz haben kamen 2018 auf 57,5 Millionen Aufenthaltstage, was im Vergleich zum Jahr 2016 mit 59,8 Millionen Aufenthaltstagen einem leichten Rückgang entspricht. Neben 1,2 Millionen Campingfahrzeugen verteilen sich diese Aufenthaltstage noch auf 250.000 Fahrzeuge auf Dauerstellplätzen.

4,4 Milliarden Euro für Ausrüstung

Der zweitgrößte Posten, der neben den 5,3 Milliarden Euro anfällt, die sich hauptsächlich auf die Stellplatzmiete, den Einzelhandel und die Gastronomie verteilen, sind 4,4 Milliarden Euro für Equipment, also Zubehör wie Gaskocher, Schlafsäcke oder netzunabhängige Lampen für das Camping, die Outdoor-Experten wie ousuca® und andere darauf spezialisierte Unternehmen anbieten. Die übrigen 4,3 Milliarden Euro verteilen sich auf Fahrtkosten, die auf Treibstoff und andere Betriebskosten der Wohnmobile oder Autos während der Anreise entfallen.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor in ländlichen Gegenden

Laut Dr. Bernhard Harrer „bezahlen die Betreiber von Camping- und Reismobilstellplätzen von den Einnahmen nicht nur ihre Angestellten, sondern auch Warenlieferanten wie z.B. Energieversorger oder Bäckereien und Dienstleister wie Handwerksbetriebe, die die Anlagen warten und reparieren, Werbeagenturen, die Broschüren erstellen, Steuerberater, Versicherungen und die Kreditwirtschaft.“ Das von Camping-Urlaubern in den Region gebrachte Geld bleibt damit größtenteils dem regionalen wirtschaftlichen Kreislauf erhalten.

Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des CIVD fügt hinzu, dass „Caravaning-Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsmotor und Jobgarant vor allem für den ländlichen Raum und strukturschwache Regionen ist.“ Trotz der positiven Entwicklung verlangt der Branchenverband von der Politik weitere Verbesserungen durch eine Anpassung der Rahmenbedingungen. Neben der Schaffung neuer Kapazitäten durch Neubau oder Erweiterung vorhandener Anlagen zur weiteren Steigerung der Aufenthaltstage, verlangt der CIVD auch eine Vereinfachung des Bundesmeldegesetzes, das derzeit vor allem Camper die regelmäßig ihren Wohnsitz verlegen vor große Probleme stellt.

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