Elektromobilität

Autos – In Deutschland wird am stärksten am Verbrenner festgehalten

Robert Klatt

Auf den Punkt gebracht
  • In Deutschland wollen nur wenige Autobesitzer (24 %) in den kommenden drei Jahren ein elektrisches oder hybrides Fahrzeug kaufen
  • Ein kleiner Teil (13 %) kann es sich vorstellen, auf ein eigenes Auto zu verzichten
  • Zudem ist die Markentreue in Deutschland sehr hoch. Ein Großteil (80 %) der Kunden bleiben ihrem Automobilhersteller selbst bei negativen Erfahrungen treu.

Menschen in Deutschland wollen im europäischen Vergleich deutlich seltener ein elektrisches oder hybrides Fahrzeug erwerben. Auffallend ist zudem die hohe Markentreue der deutschen Autofahrer.

Hamburg (Deutschland). Das Unternehmen PAWLIK hat im Rahmen der Studie Best-Xperience Mobility das Mobilitätsverhalten von 10.744 Personen in 50 Großstädten fünf europäischer Länder untersucht. Es wurden dabei die Präferenzen von Automobilkunden und Nutzern anderer Mobilitätsservices in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Spanien, Italien und Frankreich erhoben.

Laut den Ergebnissen gibt es teilweise starke Unterschiede den Angeboten und den Erwartungen an die Mobilität. „Wir steuern auf einen epochalen Umbruch in der Mobilität zu und müssen uns mehr damit befassen, welche Wege die Kunden mitgehen“, erklärt Joachim Pawlik, Chef der Unternehmensberatung PAWLIK.

Hohe Markentreue in Deutschland

Auffallend ist bei Autobesitzern in Deutschland primär die hohe Markentreue. Ein Großteil (80 %) der Kunden bleiben ihrem Automobilhersteller demnach selbst bei negativen Erfahrungen treu. In anderen Ländern, vor allem in Italien, wechseln enttäuschte Kunden deutlich schneller zu Konkurrenz. Die Studie zeigt jedoch, dass jüngere Kunden in Deutschland deutlich wechselbereiter sind als ältere Kunden. Dies widerspiegelt sich auch in der Weiterempfehlungsrate, die bei über 35-Jährigen dreimal höher ist als bei 18- bis 34-Jährigen.

Die Studie zeigt zudem, dass mehr als die Hälfte (64 %) der Befragten in Deutschland mit ihrem Kundenerlebnis in der Automobilindustrie zufrieden ist. Über ein Drittel (35 %) gab sogar an, dass ihr Automobilhersteller ihre Erwartungen im Service und in der Betreuung übertroffen habe.

Deutschland bei Elektromobilität abgeschlagen

Die Umfrageteilnehmer wurden überdies dazu befragt, ob sie in den kommenden drei Jahren ein elektrisches oder hybrides Fahrzeug kaufen werden. Beim Schlusslicht Deutschland ist dies bei weniger als einem Viertel (24 %) der Fall. „Die Deutschen halten am stärksten an ihrem Verbrenner fest“, so Henrik Meyer-Hoeven. Besonders hoch ist der Anteil in Italien (47 %). Am größten ist das Kaufinteresse in Deutschland bei den 35- bis 44-Jährigen (34 %). Zudem zeigen die Antworten, dass das Interesse an der Elektromobilität bei Männern höher ist als bei Frauen.

Spritpreise beeinflussen Mobilitätsverhalten

In allen untersuchten Ländern haben die höheren Kraftstoffpreise dazu geführt, dass Autofahrten reduziert wurden. Komplett auf ein eigenes Auto verzichten würden aber nur wenige Menschen in Deutschland (13 %). Dass Geteilte-Mobilität-Dienstleistung wie das Carsharing in Zukunft das Haupttransportmittel wird, können sich in Deutschland (10 %), Spanien (14 %), Großbritannien und Frankreich (16 %) sowie Italien (18 %) nur wenige Autofahrer vorstellen.

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