Drogentherapien

UN warnt für Belastung des Gesundheitssystems durch Cannabis

Robert Klatt

Auf den Punkt gebracht
  • Das immer stärkere Haschisch und Marihuana sorgt dafür, dass immer mehr Cannabiskonsumenten eine Drogentherapie beginnen müssen 
  • Das Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) der Vereinten Nationen (UN) warnt deshalb vor einer Belastung des Gesundheitssystems durch Cannabis
  • Die Hauptschäden werden aber durch andere Drogen wie gefährliche Opioide ausgelöst

In den letzten Jahren war Cannabis für immer mehr Drogentherapien verantwortlich. Das liegt laut der UN am immer stärkeren Haschisch und Marihuana. Auch der Konsum und die Verbreitung weiterer Drogen nimmt zu.

Wien (U.S.A.). Laut dem World Drug Report 2022 des Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) der Vereinten Nationen (UN) führt der zunehmende Cannabiskonsum zu einer stärkeren Belastung von Gesundheitseinrichtungen. In der Europäischen Union (EU) entfallen bereits 30 Prozent der Drogentherapien auf Cannabis. In einigen Ländern in Afrika und Lateinamerika besteht bei einem noch höheren Anteil der Drogentherapien ein Zusammenhang mit einer Cannabissucht.

Verantwortlich für diese deutliche Zunahme der Drogentherapien ist das immer stärkere Haschisch und Marihuana auf dem Markt. In Westeuropa führt der regelmäßige Konsum dieser Drogen zu einem Anstieg von psychischen Erkrankungen und Sucht. Auch in Nordamerika hat die Legalisierung von Cannabis in vielen Regionen den Konsum stark erhöht. Betroffen sind hier vor allem junge Erwachsene.

Regelmäßiger Konsum von Cannabis

Laut dem Bericht führt der regelmäßige Konsum von Cannabis global zu mehr Fällen an psychiatrischen Störungen und Selbstmorden. Auch die stationären Krankenhausaufenthalte in Deutschland und anderen Länder aufgrund von Cannabis haben zugenommen. Positiv an der Cannabislegalisierung ist laut dem UNODC jedoch, dass die Zahl von Verhaftungen wegen Cannabis gesunken sind und dass die Staaten durch den legalen Verkauf der Droge ihre Steuereinnahmen erhöhen konnten.

Gefährlichen Opioide verursachen Hauptschäden

Die Hauptschäden verursachen in Nordamerika aber weiterhin gefährliche Opioide, wie die heroin-artige Substanz Fentanyl. Laut Schätzungen der Drogenwächter der Vereinten Nationen starben in den USA im Jahr 2021 108.000 Menschen an einer Überdosis. Das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr.

Auch im nördlichen und westlichen Afrika und im Mittleren Osten spricht das UNODC von einer Opioid-Epidemie, die durch den Missbrauch des Schmerzmittels Tramadol ausgelöst wird. Der Mussbrauch dieses Medikaments, nimmt auch in Asien und Europa zu.

Neue Absatzmärkte für Kokain und Co.

Zudem warnt die UN-Behörde dafür, dass auch andere Drogen wie Kokain neue Absatzmärkte finden. Laut Beschlagnahmungen nimmt etwa der Kokainschmuggel nach Afrika und Asien zu. Vorher wurde die Droge vor allem nach Nordamerika und Europa verkauft. Auch Methamphetamin, das zuvor vor allem in Ost- und Südostasien missbraucht wurde, gelangt vermehrt in Länder wie Mexiko und Afghanistan.

Laut der UN-Behörde konsumieren global etwa 284 Millionen Jugendliche und Erwachsene Drogen. Mehr als elf Millionen Menschen injizieren Drogen mit Spritzen. Davon ist die Hälfte mit Hepatitis C infiziert und 1,4 Millionen dieser Drogensüchtigen leben mit HIV.

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