Quarantäne

Start-up entwickelt Viren-Schutzkapsel

Robert Klatt

Auf den Punkt gebracht
  • Dialysepatienten, immunsupprimierte Kinder, schwerkranke Erwachsene und anderen Risikogruppen müssen in medizinischer Isolation leben
  • Die mobile Schutzkapsel Moby soll ihnen soziale Kontakte ermöglichen und Infektion verhindern
  • Bald wird das System aus der Kinderkrebsstation der Charité erprobt

Eine neue Kapsel zum Schutz vor Covid-19 und anderen Krankheiten ermöglicht es Dialysepatienten, immunsupprimierte Kinder, schwerkranke Erwachsene und anderen Risikogruppen soziale Kontakte zu pflegen.

Berlin (Deutschland). In Deutschland ist die Maskenpflicht nach über zwei Jahren Covid-19 vor Kurzem an vielen Orten entfallen. Auch die Quarantänezeit soll schon bald auf fünf Tage reduziert werden. Viele Menschen empfinden dies als große Erleichterung. Dialysepatienten, immunsupprimierte Kinder, schwerkranke Erwachsene und weitere Gruppen sind jedoch noch immer gezwungen in Isolation zu leben, weil eine Covid-19 und viele weitere Krankheiten für sie ein großes Risiko sind.

„Medizinische Isolation ist ein alltägliches Problem“, so Janis Münch Gründer des Medtech-Start-ups Sphaira Medical. Dies bestätigt im Gespräch mit Gründerszene auch Charité-Direktorin Prof. Angelika Eggert, die die Kinderkrebsstation des Berliner Krankenhauses betreut. „Wir haben es bislang einfach hingenommen, dass Kinder so lange in Isolation leben müssen“, so Eggert. Eine Lösung dafür, dass Menschen sich isolieren können und trotzdem nicht vereinsamen, gab es für den klinischen Alltag bisher nicht.

Soziale Kontakte trotz Isolation

Das Start-up Sphaira Medical hat nun die mobile Schutzkapsel Moby vorgestellt, die es Menschen in medizinischer Isolation ermöglichen soll, soziale Kontakte zu pflegen. Die Schutzkapsel sieht aus wie eine Glaskuppel mit vier Rädern. Dank integrierter Luftfilter und Druckunterschiede sollen Bakterien und Viren nicht in die Kapsel hinein oder aus der Kapsel hinausgelangen. Zudem verfügt die Kapsel über Gummihandschuhe, mit der Menschen in medizinischer Isolation sogar ihren Besuch berühren können.

Gesteuert wird die Kapsel per Joystick. Möglich ist das durch die Person in der Kapsel oder aus der Ferne. Bei kleinen Kindern können so Pfleger oder Begleitpersonen die Kontrolle behalten. „Für Kinder ist es wie ein Spielzeug, in das man steigt. Fehlt nur noch eine Polizeisirene“, erklärt Eggert.

Einsatz auf der Kinderkrebsstation der Charité

In den kommenden Monaten wird die Schutzkapsel auf der Kinderkrebsstation der Charité erprobt. Die Wissenschaftler des Klinikums wollen dabei gemeinsam mit dem Unternehmen erforschen, ob und wie Moby die Lebensqualität der jungen Patienten verbessert und ob die Schutzwirkung tatsächlich Infektionen verhindern.

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