Deutschland

SARS-CoV-2 – Geringe Impfbereitschaft in östlichen Bundesländern

Robert Klatt

In den östlichen Bundesländern ist die Impfbereitschaft gegen SARS-CoV-2 besonders gering. Insgesamt ist die Impfbereitschaft in Deutschland im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich.

Hamburg (Deutschland). Kürzlich publizierte Studienergebnisse machen Hoffnung darauf, dass erste Impfungen gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland noch 2020 erfolgten könnten. Auch Leitlinien der Bundesregierung zur Verteilung von Impfmitteln gehen von ersten Impfungen in den nächsten Monaten aus.

Das Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Hamburger Universität hat deshalb die Impfbereitschaft in Deutschland und weiteren europäischen Ländern untersucht. Befragt wurden dazu mehr als 7.000 Personen aus Deutschland, Dänemark, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Portugal und Großbritannien.

Große regionale Unterschiede in Deutschland

Laut den Umfrageergebnissen gibt es bei der Impfbereitschaft in Deutschland starke regionale Unterschiede. Am höchsten ist die Impfbereitschaft der Bevölkerung in den nördlichen Bundesländern (63 %), gefolgt von den westlichen Bundesländern (57 %) und dem Süden (55 %). Am geringsten ist die Impfbereitschaft in den neuen Bundesländern (52 %).

Ähnliche Ergebnisse liefert die Umfrage auch bei der generellen Impfbereitschaft, die im Osten am stärksten ausgeprägt ist (23 %), während im Westen (20 %), im Süden (18 %) und im Norden (15 %) weniger Impfgegner vorhanden sind.

Impfbereitschaft im europäischen Vergleich gering

Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist die Impfbereitschaft in Deutschland relativ gering (57 %). Am höchsten ist die Impfbereitschaft in Dänemark (71 %) und Großbritannien (69 %), am geringsten in Frankreich (46 %).

Eine im Oktober publizierte Studie des Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal), kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die Impfbereitschaft in Deutschland im globalen Vergleich unterdurchschnittlich gering ist.

Vielfältige Gründe für eine Impfung

Als häufigste Gründe für eine Impfung nannten die Umfrageteilnehmer sich selbst (18 %) und ihre Familie (16 %) von einer Infektion zu schützen. Außerdem haben die Probanden (13 %) die Hoffnung, dass eine Impfung die Corona-Einschränkungen beenden kann. Als häufigsten Grund gegen eine Impfung nannten die Studienteilnehmer mögliche Nebenwirkungen.

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