China führend

SARS-CoV-2 Impfbereitschaft in Deutschland gering

Robert Klatt

Die Impfbereitschaft unterscheidet sich beim Vorhandensein einer sicheren und wirksamen Impfung gegen SARS-CoV-2 zwischen einzelnen Ländern deutlich. Am meisten Menschen (88,6 Prozent) würden sich in China freiwillig gegen SARS-CoV-2 impfen lassen, am wenigsten Menschen (54,9 Prozent) in Russland. Deutschland liegt mit einer Impfbereitschaft von 68,4 Prozent im hinteren Mittelfeld.

Barcelona (Spanien). Wissenschaftler des Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal) haben anhand der Frage „Wenn sich ein Covid-19-Impfstoff als sicher und wirksam erwiesen hat und verfügbar ist, werde ich ihn einnehmen?“ untersucht, wie groß die Impfbereitschaft in unterschiedlichen Ländern ist.

Insgesamt befragte das Team um Jeffrey V. Lazarus für die Studie, die im Fachmagazin Nature Medicine publiziert wurde, zwischen dem 16. Und 20. Juni 2020 13.426 Personen über 18 Jahren. Die Umfrageteilnehmer stammten aus den Ländern, die im Frühling am stärksten von der Pandemie getroffen wurden, darunter auch Deutschland.

Starke Unterschiede bei SARS-CoV-2 Impfbereitschaft

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Impfbereitschaft zwischen den einzelnen Ländern deutliche Unterschiede aufweist. Im Mittel stimmten 71,5 Prozent der Umfrageteilnehmer einer Impfung gegen SARS-CoV-2 zu. 46,8 Prozent gaben an mit einer Impfung „vollständig einverstanden“ zu sein, 24,7 Prozent „eingeschränkt einverstanden“. 6,1 Prozent gaben an „latent“ gegen eine Impfung zu sein, 8,1 Prozent lehnen eine Impfung sogar „vollständig ab“. 14,2 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an „neutral“ zu sein und keine Meinung zu dem Thema zu haben.

Am stärksten war die Impfbereit mit 88,6 Prozent in China. Deutschland liegt mit einer Zustimmungsrate von 68,4 Prozent auf dem 13. Platz im hinteren Mittelfeld. Am geringsten ist die Impfbereitschaft in Frankreich (58,9 %), Polen (56,3 %) und Russland (54,9 %).

Empfehlung oder Verpflichtung erhöhen Impfbereitschaft nicht

Bei der Frage „Würden Sie einen Impfstoff akzeptieren, wenn er von Ihrem Arbeitgeber empfohlen und von der Regierung als sicher und wirksam zugelassen würde?“ gaben 31,9 Prozent ihre „volle Zustimmung“. 29,5 Prozent der Umfrageteilnehmer sind dazu „eingeschränkt bereit“ und 20,6 Prozent hatten keine oder eine neutrale Meinung. Lediglich 8,1 Prozent waren „eher dagegen“ und 9,8 Prozent „komplett dagegen“, auch wenn ein Arbeitgeber die Impfung empfehlen würde. Am höchsten war die Zustimmung hier mit 85 Prozent in China, am niedrigsten mit 27 Prozent in Russland.

Nature Medicine, doi: 10.1038/s41591-020-1124-9

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