Muskelaufbau gefährdet

Proteinreiche Ernährung kann Testosteronspiegel bei Männern senken

Robert Klatt

Im Bodybuilding wird für den Muskelaufbau oft sehr viel Eiweiß konsumiert. Eine Studie zeigt nun, dass dies den Testosteronspiegel bei Männern senken kann.

Worcester (England). Ein hoher Eiweißkonsum gilt im Bodybuilding als essenziell für den Muskelaufbau. Eine neue Studie der University of Worcester zeigt nun, dass eine proteinreiche Ernährung bei Männern jedoch den Testosteronspiegel reduzieren kann und dadurch den Muskelaufbau verlangt. Laut der Publikation im Journal of Nutrition and Health stellte das Team um den Ernährungswissenschaftler Joe Whittaker dies im Rahmen einer Studie fest, in der sie den Testosteronspiegel von 309 Männern über zwei Monate untersuchten.

Die Probanden der Studie aßen eine Ernährung, die zu 35 Prozent aus Fisch, Fleisch und Proteinshakes bestand. Diese enthielt zwischen 185 und 215 Gramm Eiweiß pro Tag. 185 Gramm Eiweiß entsprechen laut Daten des US-Landwirtschaftsministeriums einem Kilogramm Lachs, 2,26 Kilogramm Huhn oder 29 bis 35 Eiern. Am Ende der Studie war der Testosteronspiegel der Probanden im Mittel um 37 Prozent geringer. Zudem litten viele Teilnehmer unter Symptomen, die mit einem zu geringen Testosteronspiegel assoziiert sind, darunter Müdigkeit, erektile Dysfunktion, Depression und Muskelschwäche.

Doppelte Proteinzufuhr

Die Proteinzufuhr im Studienzeitraum war laut der Ernährungsberaterin Erin Coleman doppelt so hoch wie der durchschnittliche Proteinkonsum bei Männern. Auch die Ernährungsberaterin Bonnie Taub-Dix erklärte, dass sie die Ansicht vertritt, dass eine zu eiweißreiche Ernährung einen verminderten Testosteronspiegel auslösen kann. Dies ist jedoch nur bei Menschen der Fall, die übermäßig viel Eiweiß konsumieren, um schneller Muskeln aufzubauen.

Anzumerken ist hierbei, dass die Studie der University of Worcester nur einen relativ kurzen Beobachtungszeitraum hatte. Zudem wurden weitere Faktoren, die neben der Ernährung der Testosteronspiegel beeinflussen können, wie der Lebensstil der Probanden, nicht berücksichtigt.

Journal of Nutrition and Health, doi: 10.1177/02601060221083079

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