Obduktion zeigen

Mehrheit der Coronatoten „an“ statt „mit“ Covid-19 gestorben

Robert Klatt

Laut Obduktionsdaten sind in Deutschland 85 Prozent der Coronatoten eindeutig „an“ und nicht „mit“ der Krankheit gestorben.

Kiel (Deutschland). In Deutschland sind laut den offiziellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bereits 64.742 Menschen (Stand 13. Februar 2021) an Covid-19 gestorben. Teile der Bevölkerung vertreten hingegen die Ansicht, dass die Zahlen des RKI deutlich zu hoch sind und dass auch Menschen, die lediglich mit aber nicht an Covid-19 verstorben sind, in der Statistik erfasst werden.

Eine Studie des Bundesverbands Deutscher Pathologen (BDP) kam bereits Ende August 2020 zu dem Ergebnis, dass bei 86 Prozent der in deutschen Kliniken verstorbenen Covid-19-Patienten die Viruserkrankung und keine Vorerkrankungen die Todesursache war. Nun hat Wissenschaftler des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) erneut untersucht, ob die Mehrheit der Coronatoten in Deutschland „an“ oder nur „mit“ Covid-19 gestorben ist.

Obduktionen zeigen Todesursache

Das Team um den Kieler Pathologen Christoph Röcken obduziert in der noch andauernden Untersuchung Menschen, die sich vor ihrem Tod mit SARS-CoV-2 angesteckt hatten. Bisher wurden die Leichen von mehr als 50 Menschen im Alter von 53 bis über 90 Jahre untersucht. Dabei kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass ein Großteil der als Coronatoten erfassten Menschen tatsächlich an der Viruserkrankungen gestorben ist.

Christoph Röcken, Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein: „In den meisten Fällen sind die Menschen tatsächlich an den Folgen der Virusinfektion verstorben. Nur bei vier Personen fand sich keine Covid-19 assoziierte Todesursache. Bei 85 Prozent der Fälle konnten wir wirklich bestätigen, dass sie an Covid-19 verstorben sind.“

Untersuchungen auch in anderen Kliniken

Das UKSH ist Teil des Deutschen Forschungsnetzwerks Autopsien bei Pandemien (DEFEAT PANDEMIcs), einem Projekt aus 34 deutschen Universitätskliniken, deren Obduktionsergebnisse in einem zentralen Register gespeichert werden. Bisher sind aber noch keine bundesweiten Daten verfügbar. Zwischenergebnisse anderer Pathologen liegen laut Röcken aber in einem ähnlichen Bereich, bestätigen also auch, dass ein Großteil der Coronatoten tatsächlich an der Viruserkrankung gestorben sind.

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