Einflussreiche Erbanlagen

Mehrere Gene entdeckt, die mit der Intelligenz in Verbindung stehen

D. Lenz

Eine Auswertung genomweiter Assoziationsstudien an rund 80.000 Menschen zeigt, dass Intelligenz zu einem erheblichen Anteil erblich bedingt ist und welche Gene dafür verantwortlich sind.

Amsterdam (Niederlande). Zwar ist schon länger bekannt, dass Erbanalgen und Umwelteinflüsse bei der Intelligenz des Menschen eine wichtige Rolle spielen, jedoch waren die meisten Gene, welche die Intelligenz beeinflussen, bisher völlig unbekannt. Seit Jahren suchen Wissenschaftler daher schon nach diesen spezifischen Genen. Jetzt sind sie endlich fündig geworden.

Wissenschaftler der Freien Universität Amsterdam melden einen großen Erfolg bei der Suche, wie sie im Fachmagazin Nature berichten. Die Wissenschaftler konnten mit Hilfe einer Analyse genomweiter Assoziationsstudien an insgesamt 78.308 Personen insgesamt 40 Gene sicher identifizieren, welche Einfluss auf die menschliche Intelligenz haben. Der Großteil dieser Gene ist im Gehirn aktiv und in verschiedene Zellentwicklungsprozesse involviert. Der Fund dieser Gene könnte dabei helfen, mehr über die Intelligenzunterschiede und über die Hirnentwicklung zu erfahren, so die Wissenschaftler.

Ein wichtiger Schritt in der medizinischen Grundlagenforschung

Obwohl der Wissenschaft die hohe Erblichkeit von Intelligenz bereits lange bekannt ist, so kannte sie die molekularen Grundlagen dazu nicht. Dank der Größe der Studie ist es nun erstmalig möglich geworden, spezifische Gene und die damit verbundenen zellulären Prozesse zu benennen, welche zur Intelligenz beitragen.

Jetzt gilt es zu klären, ob die gleichen zellulären Mechanismen, welche bei Intelligenzstörungen identifiziert wurden, auch bei der allgemeinen Intelligenz eine Rolle spielen. Ist dem so, könnte dies medizinische Implikationen haben.

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