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Werbeversprechen falsch

Lungenschäden durch Tabakerhitzer und Zigaretten identisch

Tabakerhitzer und E-Zigaretten sind laut einer unabhängigen Studie indischer und australischer Wissenschaftler für die Lunge genauso schädlich wie herkömmliche Zigaretten. Die Werbeversprechen der Hersteller, die von „95 Prozent weniger toxischen Substanzen“ sprechen sind daher mit Vorsicht zu sehen.

Sydney (Australien). Neben E-Zigaretten haben sich in den letzten Jahren auch sogenannte Tabakerhitzer als vermeintlich gesündere Alternative zu herkömmlichen Zigaretten etabliert. Eine australische Studie, die im Fachmagazin ERJ Open Research publiziert wurde, zeigt nun, dass auch Tabakerhitzer, die echten Tabak statt ihn zu verbrennen nur erhitzen und so Tabakdampf erzeugen, genauso schädlich für die Lunge sind wie Zigaretten.

Ein Team aus australischen und indischen Wissenschaftlern hat dazu die toxische Wirkung von Zigaretten, E-Zigaretten und Tabakverdampfern auf Zellen der Lunge miteinander verglichen. Das Ergebnis der Studie ist ernüchternd. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass alle drei Konsummöglichkeiten Lungenschäden verursachen. Pawan Sharma von der Universität Sydney erklärt, dass die Studie zeigt, dass „Tabakerhitzer genauso schädlich wie traditionelle Zigaretten sind.“

Experimente mit Zellkulturen

Um die Wirkung von Zigarettenrauch sowie Dampf aus Tabakerhitzern und E-Zigaretten zu untersuchen, haben die Wissenschaft Zellkulturen im Labor unterschiedlich hohen Konzentrationen ausgesetzt und anschließend überprüft ob die normale Funktion der Zellen eingeschränkt wurde oder ob andere Zellschäden aufgetreten sind. Die Forscher stellten fest, dass in allen drei Fällen Lungengewebe zerstört wurde, da zwei Lungenzellentypen geschädigt wurden. Als Folge daraus können schwere Erkrankungen wie Lungenkrebs, Lungenentzündungen und chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) auftreten und das Asthmarisiko der Konsumenten wird höher.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass bereits geringe Dosierungen von Zigarettenrauch als auch Dampf aus Tabakerhitzern und E-Zigaretten hochgradig toxisch auf die Lungenzellen wirken. Dies zeigt sich vor allem in stärker auftretenden Entzündungsprozessen und im erhöhten oxidativen Stress. Tabakerhitzer können also keinesfalls als gesunde Zigarettenalternative angesehen werden, sondern bergen dieselben Gesundheitsrisiken. Lediglich E-Zigaretten, die zwar auch toxisch auf die Lungenzellen wirken, können für Gelegenheitsraucher eine Alternative bieten, da sie zwar Schäden verursachen, allerdings vor allem dann, wenn der Dampf in sehr hohen Konzentrationen eingenommen wird. Ungefährlich ist also keine der drei untersuchten Konsummöglichkeiten.

Studien der Tabakindustrie bestätigen die Ergebnisse

Studien der Tabakindustrie, die natürlich nicht als vollkommen unabhängig angesehen werden können, kamen in der Vergangenheit zu ähnlichen Ergebnissen, als mit Ratten ausprobiert wurde, ob Tabakerhitzer im Vergleich zu Zigratten verminderte Entzündungsprozesse auslösen. Auch für eine Verbesserung der Lungengesundheit durch den Ersatz von Zigaretten durch Tabakerhitzer wurden in den Studien der Tabakindustrie keine Belege gefunden.

Das Tobacco Control Committee der European Respiratory Society kritisiert ebenfalls die Werbeaussagen der Hersteller, die von „95 Prozent weniger toxischen Substanzen sprechen, weil statt eines Verbrennungs- nur ein Erhitzungsvorgang stattfindet.“ Charlotta Pisinger, die nicht an der Stude beteiligt war, erklärt, dass die erste unabhängige Untersuchung bestätigt, dass auch Tabakerhitzer toxische Substanzen freisetzen, die in einigen Fällen zwar in geringeren Mengen auftreten als bei Zigarettenrauch, in einigen Fällen allerdings auch in deutlich höheren Mengen. Pisinger weist deshalb daraufhin, dass das Tobacco Control Committee die Einführung von Tabakerhitzern als kritisch ansieht, da so Rauchern vorgegaukelt wird, dass sie statt Zigaretten nun ein harmloseres Tabakprodukt konsumieren.

Außerdem sollen Tabakerhitzer vermehrt junge Leute in die Nikotinabhängigkeit führen, was eine Studie der Universität Michigan (PDF) zumindest innerhalb der USA bestätigt hat. Im Zuge der Langzeitstudie, die seit 1975 Zwölftklässler und seit 1991 auch Acht- und Zehntklässler jährlich zu ihrem Drogenkonsum befragt, gaben 2018 21 Prozent der Zwölftklässler an Tabakverdampfer und E-Zigaretten genutzt zu haben. 2017 waren es nur elf Prozent. Dies liegt vor allem dran, dass der Nikotinanteil in den USA mehr als doppelt so hoch ist wie der in der Europäischen Union zugelassen Grenzwert und somit eine Sucht schneller eintritt. 

1 Kommentar

Gabriele Heuze
Hat die Tabakindustrie diese "Studien" finanziert??? Das ist ja unglaublich!!! Wieso geht es vielen Lungenkranken mit einer Dampfe eigentlich viel besser???
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