Covid-19-Pandemie

Leopoldina fordert sofortige Kontaktbeschränkungen und Impfpflicht

Robert Klatt

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Wissenschaftlern der Leopoldina fordern eine generelle Impfpflicht und strikte Kontaktbeschränkungen, die auch für Genese und Geimpfte gelten. Die bisherigen Maßnahmen reichen laut den Experten, zu denen auch der Berliner Virologe Christian Drosten gehört, nicht aus, um die vierte Welle der Covid-19-Pandemie in Deutschland zu stoppen.

Halle (Saale) (Deutschland). Wissenschaftler der Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften (Leopoldina) fordern in einer Ad-hoc-Stellungnahme ab sofort Kontaktbeschränkungen, die auch für Geimpfte und Genesene gelten sollen, die schnelle Einführung einer Impfpflicht für Ärzte und Pflegekräfte und die Vorbereitung einer generellen Impfpflicht für alle Erwachsenen in Deutschland.

„Unmittelbar wirksam ist es aus medizinischer und epidemiologischer Sicht, die Kontakte von Beginn der kommenden Woche an für wenige Wochen deutlich zu reduzieren. Aufgrund der nachlassenden Immunität müssten diese Maßnahmen vorübergehend auch für Geimpfte und Genesene gelten, die in dieser Zeit eine Auffrischungsimpfung erhalten müssen“, heißt es dazu in der Stellungnahme.

Neue Varianten erfordern schnelles Handeln

Laut den Autoren ist ein schnelles Handeln besonders aufgrund der neuen Varianten des Virus entscheidend, um den raschen Anstieg der neuen Infektionen zu stoppen. Damit die Covid-19-Pandemie auch langfristig bekämpft werden kann, muss überdies die Impfkampagne massiv ausgeweitet werden. Bis Weihnachten 2021 sollen neben Erst- und Zweitimpfungen dazu auch mindestens 30 Millionen Drittimpfungen verabreicht werden. Laut den Wissenschaftlern ist außerdem die stufenweise Einführung einer Impfpflicht. Diese soll mit Ärzten, Pflegekräften und medizinischen Fachberufen beginnen.

Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich

Die Kontaktbeschränkungen müssen laut den Autoren der Leopoldina auch den privaten Bereich umfassen. Ebenso sollen Ansammlungen von Menschen, etwa in Clubs, Restaurants und bei Veranstaltungen, strikt eingeschränkt werden. Sollten sich persönliche Kontakte nicht vermeiden lassen, muss laut der Stellungnahme eine strikte Maskenpflicht gelten. Um weitere Infektionen zu verhindern ist überdies die konsequente Umsetzung der 2G-Regeln und der AHA-L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften) nötig.

„Diese Option würde bei stringenter Umsetzung den exponentiellen Anstieg der Neuinfektionen in der vierten Welle beenden und somit auch der Überlastung des Gesundheitssystems entgegenwirken“, erklären die Experten. Sollten die Maßnahmen nicht eingeführt werden, können die 2G-Regeln allein laut den Forschern die Covid-19-Pandemie nicht schnell genug einschränken, um die vierte Welle zu unterbrechen.

Frühere Weihnachtsferien und regelmäßige Tests für Kinder

„Eine Aussetzung der Präsenzpflicht und ein Wechselunterricht an Schulen sowie die Schließung von Kitas sollten möglichst vermieden werden“, heißt es in der Stellungnahme. Stattdessen fordern die Autoren der Leopoldina vorgezogene Weihnachtsferien und mindestens drei Tests pro Woche. Die Schüler und Lehrer sollen außerdem während des gesamten Aufenthalts in den Schulen einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen.

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