Flynn-Effekt

Intelligenz und Gehirngröße nehmen bei Briten und Deutschen stetig zu

D. Lenz

Forscher stellen bei Briten und Deutschen einen Zusammenhang zwischen stetig anhaltenden Gehirnwachstum und der Intelligenz fest.

Chemnitz (Deutschland). Michael A. Woodley of Menie und seine Kollegen von der Technischen Universität in Chemnitz haben nachgewiesen, dass die Gehirne von Briten und von Deutschen im vergangenen Jahrhundert stetig gewachsen sind. Die Forscher stützen ihre Aussagen durch Sekundär-Analysen von Datensätzen, die mehrere Studien repräsentieren und Erkenntnisse auf eine langfristige Steigerung der Gehirnmasse in Großbritannien und Deutschland geben.

In Großbritannien ergeben sich für die letzten 80 Jahre folgende Zahlen: Bei Männern stieg die Gehirnmasse im Durchschnitt um 52 Gramm und bei Frauen um 23 Gramm an. In Deutschland nahm die Gehirnmasse innerhalb der letzten 99 Jahre bei Männern um 73,16 Gramm und bei Frauen um 52,27 Gramm zu.

Ein Blick auf den Intelligenzquotienten zeigt in Großbritannien bei den Männern ein Plus von 0,19 Punkte pro Jahrzehnt und bei den Frauen 0,08. In Deutschland zeigt sich ein Anstieg des Intelligenzquotienten bei den Männern um 0,2 Punkte und bei den Frauen um 0,15 Punkte.

Intelligenz nimmt konstant zu

Mit diesen Daten und mit Hilfe einer Methode des US-amerikanischen Psychologen Arthur R. Jensen haben die Forscher berechnet, wie hoch der durchschnittliche Anstieg der Intelligenz ist, der alleine auf das Gehirnwachstum zurückzuführen ist.

Diese Zahlen haben die Forscher ins Verhältnis gesetzt um mit dem sogenannten Flynn-Effekt arbeiten zu können. „Einer der Co-Autoren unserer Veröffentlichung ist James Flynn, der als einer der ersten nachgewiesen hat, dass der Intelligenzquotient in unterschiedlichen Bevölkerungen mit der Zeit konstant ansteigt. Dieser IQ-Anstieg wird in Anerkennung seiner Entdeckung als Flynn-Effekt bezeichnet“, so Woodley of Menie.

Eine wesentliche Aussage des Flynn-Effekts ist, dass der Intelligenzquotient in den westlichen Ländern seit Beginn des 20. Jahrhunderts stetig und durchschnittlich um drei Punkte pro Jahrzehnt ansteigt. Die aktuelle Studie zeigt nun, dass ein Teil des Flynn-Effekts durch den stetigen Anstieg der Gehirnmasse erklärt werden kann.

In Großbritannien, wo der IQ-Anstieg zwischen 1932 und 2008 bei 1,1 Punkte pro Jahrzehnt lag, beziffert sich der Beitrag des Anstiegs der Gehirnmasse auf etwa 13 Prozent. In Deutschland, wo im Zeitraum zwischen 1956 und 2008 ein IQ-Anstieg um 6,1 Punkte nachgewiesen wurde, beträgt der Anteil rund drei Prozent.

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