Anstieg auf 22 Prozent

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

D. Lenz

Als Raucher ist die Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs zu erkranken deutlich höher. Neuste Untersuchungen zeigen jedoch, dass auch immer mehr Nichtraucher an dieser Krebsart erkranken.

Dallas (U.S.A.). Jedes Jahr wird bei rund 19.000 Frauen und mehr als 35.000 Männer Lungenkrebs diagnostiziert – alleine in Deutschland. Die Hauptursache für diese Krebsart ist das Rauchen. Dennoch sind unter den Lungenkrebserkrankten auch viele Nichtraucher. Eine Schätzung gab an, dass etwa zehn Prozent der an Lungenkrebs erkrankten Personen noch nie geraucht haben. Eine Untersuchung von Lorraine Pelosof und seinen Kollegen von der Universität in Dallas gibt nun Anlass, diese Zahl zu überdenken, denn mittlerweile liegt die Zahl der an Lungenkrebs erkrankten Personen die als Nichtraucher gelten wesentlich höher, wie sie im Journal of the national cancer Institute schreiben.

Frauen sind gefährdeter als Männer

Das Ärzte Team wertete die Daten von knapp 12.000 Lungenkrebspatienten zwischen den Jahren 1990 und 2013 aus. Heraus kam, dass der Anteil der an Lungenkrebs erkrankten nichtrauchenden Frauen von 10,2 auf 22,1 Prozent und der Anteil der Männer von 6,6 auf 8,9 Prozent angestiegen ist, wie die Forscher in der U.S. National Library of Medicine berichten.

Da immer weniger Menschen rauchen, ist eine naheliegende Erklärung, dass es auch immer weniger durch das Rauchen bedingte Lungentumore gibt. So steigt der Anteil der Nichtraucher in der Lungenkrebsstatistik automatisch an. Jedoch betonen die Forscher, dass nicht nur der prozentuale Anteil der an Krebs erkrankten Nichtraucher angestiegen ist, sondern auch die absolute Zahl.

Suche nach Gründen für Lungenkrebserkrankungen

Noch sind die Forscher auf der Suche nach einer Antwort, warum immer mehr Menschen, obwohl sie nie geraucht haben, an Lungenkrebs erkranken. Möglich wäre das Passivrauchen, andere krebsfördernde Stoffe wie Asbest oder auch Nickel- oder Quarzstaub. Eine weitere Ursache könnte auch die Gen-Variante GPC5 sein, die Menschen anfälliger für Lungenkrebs macht. Rund ein Drittel der nichtrauchenden Patienten trug diese Variante des Gens in sich.

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