Masken sinnvoll

Coronavirus durch Reden langfristig in der Luft verteilt

Robert Klatt

Lautes Reden in geschlossenen Räumen kann mehr als 100.000 Tröpfchen mit SARS-COV-2-Viren pro Minute freisetzen, die bis zu 14 Minuten in der Luft verbleiben. Masken sind laut den Studienergebnissen deshalb ein wichtiger Faktor zur Eindämmung der Pandemie.

Bethesda (U.S.A.). Der neue Coronavirus SARS-COV-2 und andere Atemwegsviren werden hauptsächlich durch direkten Kontakt zwischen Menschen aber auch über Aerosolwolken übertragen. Es handelt sich dabei um winzige Tröpfchen, die Träger der Viren durch Husten und Niesen aber auch beim Reden in die Luft abgeben. Wissenschaftler des National Institutes of Health (NIH) der U.S.A. haben nun untersucht, wie viele Tröpfchen durch Infizierte in ihre Umgebung gelangen und wie lange die Viren in der Luft verbleiben.

Laut der im Fachmagazin PNAS publizierten Studie haben dazu Probanden denselben Satz in geschlossenen Räumen wiederholt. Währenddessen beobachteten die Studienautoren mithilfe eines empfindlichen Lasers wie viele Tröpfchen in die Luft abgegeben wurden. Auf Basis weiterer Studien, die zuvor bestimmt hatten, wie viel virale RNA die orale Flüssigkeit eines Menschen mit einem durchschnittlichen Covid-19-Krankheitsverlauf enthält, schätzen die Wissenschaftler, dass pro Minuten lauten Sprechens mindestens 1.000 virushaltige Tröpfchen freigesetzt werden. Diese verbleiben für bis zu 14 Minuten in der Luft.

Luftzirkulation und Temperaturänderungen nicht berücksichtigt

Die Studienautoren merken jedoch an, dass dabei Faktoren wie die Luftzirkulation und Temperaturänderungen nicht berücksichtigt wurden. Die Ergebnisse können daher nicht eins zu eins auf die Realität übertragen werden, zeigen aber definitiv, dass infizierte Personen, die in geschlossenen Räumen reden ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor ist.

Außerdem erklären die Wissenschaftler um Valentyn Stadnytskyi, dass ihre Schätzungen sehr konservativ sind. Einige Personen, die stark vom Durchschnitt abweichen, kommen demnach „auf weit über 100.000 Tröpfchen pro Minute Sprechzeit.“ Die nun vorliegenden Studienergebnisse bekräftigen den bereits im April veröffentlichen Appell einiger Wissenschaftler des NIH, der dazu aufruft Masken zu tragen, um die weitere Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen.

PNAS, doi: 10.1073/pnas.2006874117

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