Robert Klatt
Peking (China). Antibiotikaresistenzen gehören laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den größten Gesundheitsgefahren. Laut einer Studie der University of Oxford waren antibiotikaresistente Bakterien 2021 für 1,14 Millionen Todesfälle verantwortlich. Die Zahl soll bis 2050 auf 1,91 Millionen Todesfälle pro Jahr zunehmen. Die Hauptursache für das immer größer werdende Gesundheitsrisiko ist die zu häufige Anwendung der Medikamente, die dazu führt, dass immer mehr Bakterien Resistenzen gegen sie entwickeln.
Die Wissenschaft hat zudem entdeckt, dass auch der Klimawandel, die höheren Temperaturen und die veränderten Regenmuster zu mehr Antibiotikaresistenzen führen, weil diese Prozesse den Austausch von Genen zwischen Bakterien fördern können. Forscher der Chinese Academy of Sciences (CAS) haben nun eine Studie publiziert, die untersucht hat, wie der Klimawandel Antibiotikaresistenz bei Salmonellen beeinflusst.
Die Studie basiert auf einer Genanalyse von 480.000 Salmonellenproben aus 139 Ländern, die im Zeitraum von 1940 bis 2023 konserviert wurden. Es konnte so verglichen werden, ob das Vorkommen von Antibiotikaresistenzgenen bei Salmonellenbakterien in diesem Zeitraum zugenommen hat. Ein speziell entwickeltes Modell zeigt zudem die Effekte von klimatischen Veränderungen auf die Antibiotikaresistenz.
Laut der Analyse kam es in einem Großteil der untersuchten Länder zu einer Zunahme von Antibiotikaresistenzen (82 %). Die Resistenzgene sind aber nicht kontinuierlich mit der Erderwärmung angestiegen, sondern nahmen vor allem dann zu, wenn sich neben der Temperatur auch die Niederschlagsmengen verändert haben.
Die Antibiotikaresistenzen sind bei Salmonellen im Nahen Osten und in Nordafrika am stärksten durch den Klimawandel gestiegen, gefolgt von Südasien und Subsahara-Afrika. Das Modell hat zudem untersucht, wie die Antibiotikaresistenz bei unterschiedlichen Entwicklungen des Klimawandels bis 2100 zunimmt. Die Zunahme ist demnach gegenüber dem Szenario mit den höchsten CO₂-Emissionen deutlich geringer (24 %), wenn die Staaten ihre Klimaziele erreichen.
Quelle:
Pressemitteilung der University of Oxford
Studie im Fachmagazin The Lancet Planetary Health, doi: 10.1016/j.lanplh.2026.101445