Atommüllendlager

In diesen Regionen Deutschlands ist ein Vulkanausbruch möglich

 Robert Klatt

Laacher-See-Vulkan in der Eifel )gro.aidepikiw0.3 YB CC - reffoksieR ranoD(Foto: © 

Deutschland sucht einen Standort für ein Atommüllendlager, wo der hochradioaktive Atommüll mindestens eine Million Jahre sicher gelagert werden kann. Es wurde deshalb landesweit untersucht, wo es am ehesten zu einem Vulkanausbruch kommen kann.

Hannover (Deutschland). Deutschland sucht seit Längerem nach einem Standort für ein Atommüllendlager. Das Standortauswahlgesetz (StandAG) schreibt vor, dass der hochradioaktive Atommüll dort mindestens eine Million Jahre sicher gelagert werden kann. Es darf am Standort deshalb kein nennenswertes Risiko für einen Vulkanausbruch geben. Forscher der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und des U.S. Geological Survey haben nun untersucht, auf welche Regionen der Bundesrepublik dies zutrifft.

Die Geowissenschaftler haben 15 Indikatoren, etwa Stellen, an denen aus dem Boden CO₂ austritt (Mofetten), ungewöhnliche Heliumvarianten im Grundwasser, die aus einer tiefen Erdschicht stammen müssen, und seismische Anomalien im Erdmantel, verwendet, um das Risiko eines Vulkanausbruchs zu untersuchen. Die Indikatoren haben sie auf einer Skala von 0 (kein Hinweis) bis 10 (starker Hinweis) bewertet und so für die unterschiedlichen Regionen den Gefahrenindex ermittelt.

Höchster Gefahrenindex in der Eifel

Am höchsten ist der Gefahrenindex in der Eifel. In der Osteifel, westlich von Koblenz, liegt der Gefahrenindex bei 6,5 von maximal 7 Punkten. Überraschend ist dieses Ergebnis nicht, weil das Ulmener Maar zuletzt vor 11.000 Jahren und der Laacher-See-Vulkan vor 13.000 Jahren ausgebrochen sind. Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben zudem 2025 Magmakammern in zehn bis 30 Kilometer Tiefe unter der Eifel entdeckt.

„Das größte relative Potenzial für künftige magmatische Aktivitäten in Deutschland besteht in der Eifel.“

Laut der Studie ist der Gefahrenindex zudem für mehrere weitere Regionen erhöht, darunter das Siebengebirge im Raum Bonn, der nordöstlich gelegene Hunsrück, der westliche Taunus sowie das Rhein-Main-Tiefland im Umfeld von Frankfurt. Weiter nördlich sind außerdem die Hessische Senke und der Vogelsberg, der mit einem Durchmesser von etwa 80 Kilometern als größter geschlossener Vulkankomplex Mitteleuropas gilt, betroffen.

Im Osten Deutschlands ist der Gefahrenindex vor allem in der Oberpfalz an der Grenze zu Tschechien, wo bis heute Schwarmbeben auftreten, erhöht. Diese sind ein typisches Anzeichen für anhaltende Bewegungen im Untergrund. Im Süden ist der Gefahrenindex vor allem im südlichen Oberrheingraben, im Hegau in Baden-Württemberg und im Gebiet um Bad Urach auf der Schwäbischen Alb erhöht.

Keine Region ohne Vulkanausbruchsrisiko

Laut den Wissenschaftlern zeigt die Analyse, dass es in Deutschland keine Region gibt, in der ein Vulkanausbruch komplett ausgeschlossen werden kann, nicht einmal in Norddeutschland, wo es bisher keine Indizien für Vulkanismus gibt.

„Ein vollständiger Ausschluss vulkanischer Aktivität innerhalb des nächsten Jahrmillionen ist wahrscheinlich nirgendwo in Deutschland möglich.“

Sie erklären jedoch, dass die Studie lediglich einen Gefahrenindex erstellt hat und keinen kommenden Vulkanausbruch prognostiziert. Es wurde lediglich das relative Risiko über einen Zeitraum von einer Million Jahren ermittelt.

Quelle:

Studie des U.S. Geological Survey, doi: 10.3133/pp1890C

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