Wiederverwendbares Kühlmedium

Super-Eis aus normalem Wasser schmilzt nicht

Robert Klatt

Ein neues Super-Eis für die Kühlung von Lebensmittel schmilzt nicht, obwohl es fast ausschließlich aus herkömmlichem Wasser besteht.

David (U.S.A.). Die Kühlung von Fisch und anderen empfindlichen Lebensmitteln benötigen große Mengen Eis. Irgendwann schmilzt dieses auf den Märkten und in Geschäften jedoch und landet als Abwasser in der Kanalisation. Es entsteht so ein Kreislauf, der ständig neues Eis benötigt. Wissenschaftler der University of California in Davis (UC Davis) haben deshalb ein sogenanntes Super-Eis entwickelt.

Laut ihrer Publikation im Fachmagazin Sustainable Chemistry & Engineering ist das umweltfreundliche Eis wiederverwendbar und verändert seine Farbe mit der Temperatur. Die Forscher sind deshalb der Ansicht, dass ihre Entwicklung das Kühlen in der Lebensmittelindustrie revolutioniert könnte. „Wenn normales Eis schmilzt, lässt es sich nicht wiederverwenden. Wir hatten die Idee, ein wiederverwendbares Kühlmedium zu entwickeln“, erklärt Professor Gang Sun vom Department of Biological and Agricultural Engineering.

Super-Eis aus 90 Prozent Wasser

Das nicht schmelzende Eis besteht zu 90 Prozent aus normalem Trinkwasser. Zusatzstoffe sorgen dafür, dass daraus eine gelartige Substanz entsteht. Diese ist so stabil, dass soe mit bis zu zehn Kilogramm belastet werden. Das neue Super-Eis eignet sich demnach auch zur Kühlung von größeren Fischen.

„Man kann das Eis 13 Stunden lang zum Kühlen nutzen. Danach sammelt man es ein, spült es mit etwas Wasser oder Desinfektionsmittel ab, stellt es wieder in den Kühlschrank und bereit es so für den nächsten Einsatz vor“, erklärt Sun.

Beliebige Formen möglich

Ein Vorteil gegenüber herkömmlichen Kühlbatterien, die eine feste Form haben, ist überdies, dass das neue Super-Eis in deutlich flexibler ist. „Diese Würfel lassen sich in jede beliebige Form schneiden“, erklärt Jiahan Zou.

Außerdem verändert das Super-Eis seine Farbe in Abhängigkeit von der Temperatur. Die Nutzer können so erkennen, wenn die Kühlwirkung nachlässt und das Eis ausgetauscht werden muss.

Sustainable Chemistry & Engineering, doi: 10.1021/acssuschemeng.1c06309

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