Hohe Druckqualität

McDonalds Frittierfett in Material für 3D-Drucker umgewandelt

von Robert Klatt

Wissenschaftler haben ein neues Harz für 3D-Drucker aus altem Frittierfett von McDonalds hergestellt. Die Druckqualität ist im Vergleich zu bisherigen Harzen aus biologischen Materialien wie Sojabohnen deutlich besser und die Herstellung ist konkurrenzlos günstig.

Toronto (Kanada). 3D-Drucker benötigen zum Aufbau von Objekten spezielle Materialien, die sich derzeit meistens aus Plastik und Metall zusammensetzen. Um die Nachhaltigkeit dieser noch jungen Technik zu steigern, haben Wissenschaftler inzwischen auch alternative Materialien wie AESO-Harz entwickelt, das auf biologischen Bestandteilen besteht. Derzeit kann die Qualität der aus AESO-Harz gefertigten Produkte allerdings noch nicht mit der Konkurrenz aus Kunststoff mithalten.

Nun haben Wissenschaftler der Universität Toronto Scarborough (UTSC) im Fachmagazin ASC Sustainable Chemistry & Engineering ein neues Harz vorgestellt, das aus altem Frittierfett von McDonalds hergestellt wird. Die Druckeigenschaften dieses preiswerten und laut den Entwicklern „kommerziell sinnvoll nutzbaren“ Materials, das den Namen Acrylated Waste Cooking Oil Resin (AWCO) trägt, sollen im Vergleich zu AESO-Harz 50 Prozent besser sein.

Hohe Druckqualität

Zur Herstellung des AWCO-Harzes wird gebrauchtes Frittierfett verwendet, dass die Wissenschaftler im ersten Schritt gefiltert haben, um verbliebene Speisereste zu entfernen. Anschließend konnte ein Harz erzeugt werden, das mit einem DLP-Drucker per Licht gehärtet und so in ein festes Objekt verwandelt werden kann.

Als Demonstrationsobjekt diente den Wissenschaftler ein kleiner Schmetterling, der aufgrund seiner feinen Details einen besonders anspruchsvollen Druckvorgang besitzt. Laut Professor Andre Simpson, dem Leiter des Projekts „haben Analysen des Schmetterlings eine gummiartige Konsistenz mit einer wachsartigen, wasserabweisenden Oberfläche“ gezeigt. Gedruckt werden können mit dem Harz auf Fett Objekte mit einer Genauigkeit von 100 Mikrometern.

Konkurrenzloser Preis

Mit einem Preis von etwa 30 US-Cent pro Liter ist das Bio-Harz im Vergleich absolut günstig. Herkömmliche Harze aus Kunststoff können je nach Einsatzzweck und Qualität bis zu 500 US-Dollar pro Liter kosten. Die Forscher hoffen, dass ihr Projekt das Image von Recycling-Programmen verbessern kann, weil sie demonstrieren, dass auch Produkte hoher Qualität so entstehen können.

ASC Sustainable Chemistry & Engineering, doi: 10.1021/acssuschemeng.9b06281

1 Kommentar

Vetter Frittz
Mich würde interessieren, wie das Pommesfett- Plastik riecht. Ich meine ja nur: Ein steter Duft nach Pommesbude hätte doch was. Es wäre das olfaktorische Pendant zu dem reitenden Cowboy aus der Marlborowerbung der 80er Jahre. Der Geruch von Freiheit und Fettleibigkeit.
Verboten wird das Plastik nicht, aber es müssetn vielleicht Schockbildchen draufgedruckt werden. Am besten gleich in 3D. Wie wäre es mit verengten Herzkranzgefäßen, oder einem schlaffen Diabetikerpenis?
Mit einer Warnung:
Das schnüffeln oder lecken an Kunststofferzeugnissen aus Pommesfett führt zu Bluthochdruck, Schlaganfall und Impotenz.
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