Klimawandel

Korallen passen sich an höhere Temperaturen an

Robert Klatt

Korallenriff in Palau im Pazifik )kcotS ebodAnaissurgniylf(Foto: © 

Korallenriffe des Inselstaats Palau im Pazifik haben sich an den Klimawandel und die höheren Wassertemperaturen angepasst. Drohende Bleicheffekte können aber nur verhindert werden, wenn die CO₂-Emissionen reduziert werden.

Newcastle (England). Laut dem Global Coral Reef Monitoring Network (GCRMN) sind die Korallenbestände in den letzten zehn Jahren um etwa 14 Prozent zurückgegangen. Hauptverantwortlich dafür ist der Klimawandel, durch den es regelmäßig zu Hitzewellen im Meerwasser kommt. Eine Studie der Arizona State University (ASU) zeigte kürzlich jedoch, dass einzelne Korallenriffe gegenüber den höheren Wassertemperaturen überraschend resistent sind.

Nun haben Forscher der Newcastle University um Liam Lachs Korallenriffe des Inselstaats Palau im Pazifik detailliert untersucht. Laut ihrer Publikation im Fachmagazin Nature Communications entdeckten sie, dass die Korallenriffe sich an den Klimawandel und die höheren Wassertemperaturen angepasst haben. Dies könnte zukünftige Bleicheffekte deutlich reduzieren.

Bleichverläufe für Korallenriffe von Palau

Die Forscher modellierten auf Basis von jahrzehntelangen Beobachtungsdaten verschiedene mögliche zukünftige Bleichverläufe der Korallenriffe von Palau. Dabei zeigte sich, dass erhebliche Verringerungen der Bleicheffekte möglich sind, wenn die thermische Toleranz der Korallen im 21. Jahrhundert weiter steigt. Das Ausmaß zukünftiger Korallenbleiben hängt demnach primär davon ab, ob und wie stark die Menschen ihre CO₂-Emissionen reduzieren. Sollten diese nicht deutlich sinken, sind Korallenbleiben trotz der Anpassung der Nesseltiere an den Klimawandel unvermeidlich.

„Unsere Studie zeigt eine ökologische Resilienz gegenüber dem Klimawandel und betont die Notwendigkeit, die Pariser Abkommen umzusetzen, um Korallenriffe effektiv zu schützen. Während unsere Arbeit einen Hoffnungsschimmer bietet, betont sie auch die Notwendigkeit, den Einsatz zur CO₂-Emissionsreduktion fortzusetzen.“

Thermische Toleranz der Korallen

Korallen können ihre thermische Toleranz durch Methoden wie Akklimatisation, genetische Anpassung oder Veränderungen in ihrer Gemeinschaftsstruktur deutlich beeinflussen. Die Biologie weiß bisher aber nicht, wie schnell diese Anpassungen ablaufen. Trotzdem sprechen die Studienergebnisse dafür, dass die Korallenriffe den zunehmenden Meerestemperaturen standhalten könnten. Laut Simon Donner kann die Anpassung aber den Klimawandel unerwünschte Effekte auslösen.

„Diese Resilienz kann jedoch auch Kosten verursachen, wie zum Beispiel eine verringerte Riffdiversität. Ohne drastische Emissionsreduktionen in den nächsten Jahrzehnten werden die pazifischen Riffe nicht die Ressourcen und den Schutz bieten, den die Pazifikvölker seit Jahrhunderten nutzen.“

Nature Communications, doi: 10.1038/s41467-023-40601-6

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