Evolution von Insekten

Käfer 230 Millionen Jahre in Dinosaurierkot konserviert

Robert Klatt

Versteinerter Kot (Koprolith) kann wie Bernstein konservierte Insekten enthalten, erlaubt aber einen noch weiteren Rückblick in die Vergangenheit der Evolution.

Uppsala (Schweden). Ein internationales Team um Martin Qvarnström von der schwedischen Universität Uppsala hat ein fast vollständig erhaltenes Exemplar einer bisher unbekannten Käferart entdeckt. Laut der Publikation im Fachmagazin Current Biology wurde das auf den Namen mit den Namen Triamyxa coprolithica getaufte Insekt etwa 230 Millionen Jahre in Dinosaurierkot konserviert.

Sichtbar machten die Wissenschaftler den Käfer mithilfe der sogenannten Synchrotron-Mikrotomografie, mit der sie den Kot durchleuchteten. Dabei entdeckten Sie neben dem fast vollständig erhaltenen Käfer noch zahlreiche weitere Käferteile, von denen ein Großteil zur derselben Art gehört. Trotz der offensichtlich erfolgten Verdauung und der langen Konservierung waren auf die fragilen Beine und Antenne bei einem Teil der Insekten noch intakt.

3D-Modell des Käfers

Auf Basis der Daten der Synchrotron-Mikrotomografie erstellten die Wissenschaftler anschließend ein 3D-Modell des Insekts. „Ich war wirklich erstaunt zu sehen, wie gut die Käfer erhalten waren. Als man sie auf dem Bildschirm nachbildete, war es, als würden sie einen direkt ansehen“, erklärt Qvarnström.

Vermutlich wurde das Insekt von einem relativ kleinen Dinosaurier gefressen. Als wahrscheinlichste Alternative sehen die Forscher einen Silesaurus, der vor etwa 230 Millionen Jahren im heutigen Polen lebte und rund 15 Kilogramm schwer wurde.

Neue Forschungsmöglichkeiten

Bisher wurden Fossilien von Insekten und anderen kleinen Tieren wie das nur 100 Mikrometer kleine Schimmelschweinchen oder eine Zecke aus der Kreidezeit fast ausschließlich in Bernstein gefunden. Die neue Entdeckung zeigt, dass auch versteinerter Kot (Koprolith) konservierte Insekten enthalten kann. Dies eröffnet laut den Wissenschaftlern neue Forschungsmöglichkeiten, die es erlauben, noch weiter in die Vergangenheit der Evolution von Insekten zurückzublicken.

Current Biology, doi: 10.1016/j.cub.2021.05.015

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