Robert Klatt
Das Start-up TransAstra möchte Asteroiden im Weltraum einfangen und an einer Sammelstelle ihre Rohstoffe abbauen. Eine Testmission soll bereits in zwei bis drei Jahren starten.
Los Angeles (U.S.A.). Objekte im Weltraum enthalten große Rohstoffvorkommen, die bisher noch nicht abgebaut werden. Das Start-up Interlune hat deshalb bereits im März 2024 angekündigt, Helium-3 (3He), ein stabiles Isotop von Helium, auf dem Mond abbauen zu wollen, weil es auf der Erde sehr selten ist und sich unter anderem als Brennstoff für die Kernfusion und für die Kühlung von Quantencomputern eignet. Nun hat das Start-up TransAstra bekannt gegeben, an einem System zu arbeiten, mit dem die Ressourcen von Asteroiden gewonnen werden können. Diese enthalten je nach Typ Edelmetalle und seltene Mineralien.
Der Plan des Unternehmens sieht vor, dass ein Raumschiff ohne menschliche Besatzung zu einem Asteroiden fliegt und diesen im Weltraum mit einer großen, aufblasbaren „Tasche“ einfängt. Das System ist konzipiert für Asteroiden mit einer Masse von bis zu 100 Tonnen und einer Länge von bis zu 20 Metern, von denen es laut der Astronomie in der „Nähe“ der Erde mindestens 250 gibt.
Anschließend soll das Raumschiff die eingefangenen Asteroiden zu einer Sammelstelle im Weltraum transportieren, wo ein Robotersystem den Abbau der Rohstoffe übernimmt. Der Sammelpunkt könnte sich etwa am Lagrange-Punkt 2 (L2) befinden, der rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist. An diesem Ort, wo die Gravitation der Sonne und der Erde ausgeglichen ist, befindet sich bereits das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST).
Das Start-up hat im September 2025 bereits einen kleinen Prototyp der „Tasche“ auf der Internationalen Raumstation (ISS) erprobt. Das Modell bestand aus Kapton, einer besonders robusten und dünnen Kunststofffolie, die bereits in der Raumfahrt, etwa beim Sonnensegel des JWST, eingesetzt wird.
Laut den aktuellen Plänen von TransAstra soll 2028 oder 2029 die erste Testmission des Systems stattfinden. Die finanziellen Mittel dazu stammen unter anderem von der NASA, die die Entwicklung einer zehn Meter großen „Fangtasche“ mit 2,5 Millionen US-Dollar unterstützt. Zudem hat das Unternehmen laut eigenen Angaben noch einen weiteren, bisher nicht öffentlich genannten Sponsor gefunden. Die Gesamtkosten des Projekts sollen bei „einigen 100 Millionen US-Dollar“ liegen, was laut TransAstra verhältnismäßig günstig ist.
Quellen:
Webseite von TransAstra